„Gute Fritzi! — hast gar nichts mehr von dem Gelde gesagt; brauchst du es sehr notwendig, Fritzi? Vielleicht ... in einigen Tagen... könnte ich...“

„Ach, laß!“ sagte Fritzi leichthin, „im Augenblick, na ... Ich habe mir... von einer Kollegin zwanzig Mark geborgt, ja...“

Der junge Mann hob überrascht den Kopf: „Von einer Kollegin? Aber, du — das mußt du doch so schnell wie möglich wiedergeben!“

„Es eilt nicht so,“ antwortete Fritzi schnell, und dann, als sie sein erstauntes Gesicht sah, fuhr sie fort: „Sie braucht es nicht so notwendig... Es ist die Liane Fanchon ... Die hat immer! Die ist nie in Verlegenheit!“ Dabei seufzte Fritzi leise.

Eberhard sah das junge Mädchen an; sein Blick blieb, ohne daß er selbst es wußte, auf der schmalen, modernen Nadel haften, mit der ihr Kleid am Halse geschlossen war. Ohne daß er etwas dabei dachte, wurde sein Auge durch das vielfarbige Glitzern mehrerer wasserheller Steine gefangen. Aber er sah das Schmuckstück erst, als Fritzi in einiger Verlegenheit mit der Hand danach griff und hastig fragte:

„Ach — du siehst die Brosche an? Ich habe sie gekauft ... vorhin... als ich mit Liane aus der Probe kam... Sie ist niedlich und glänzt beinahe wie echt...“

Jetzt erst wurde Eberhard aufmerksam. Es war eine schöne Nadel, auf der drei klare Steine funkelten. „Das ist unecht, Fritzi?“ fragte er langsam, zögernd, indes ein feiner Strahl des Mißtrauens spitz und scharf aus den blitzenden Steinen fuhr und sich in sein Herz bohrte. Die Chansonette fühlte seinen unausgesprochenen Zweifel... „Etwa echt?“ fragte sie heftig, „etwa echt? Woher sollte ich denn das haben? Von dir etwa?“ Und dann, schnell und lustig: „Du, ob echt oder unecht, ist mir doch ganz gleich! Wenn ich irgendeine Brosche habe, bin ich zufrieden... Ich hatte keine... Liane war dabei...“

Eberhard wußte nichts darauf zu sagen. Er dachte, es sei verwunderlich, aber doch... Fritzi log nicht... Wer übrigens hätte ihr eine so kostbare Nadel schenken sollen? Untreu... nein, Fritzi war ihm nicht untreu...

„Ich muß nun gehen, Liebste,“ sagte er sehr sanft. „Da du auch meinst, daß ich... Ja, da muß ich zu einem Trainer gehen. Je eher ich anfange, desto mehr Hoffnung hab’ ich, in den wenigen Wochen ringen zu lernen. Ich hole dich heute abend aus der Vorstellung ab, Fritzi. Bis dahin, Geliebte...“

Er schlang den Arm um ihren Leib’ und wollte sie küssen, sie aber wehrte lachend: „Aber Ebi! Wenn das die Leute sehen!“