„Nicht?“ fragte sie erstaunt, „was denn sonst? Das sind doch auch Ringkämpfer?“

„Auch Ringkämpfer,“ erwiderte er bitter, „wie ich, nicht wahr? Das meinst du doch wohl? Nun, ich bin es aber noch nicht, und ich kann noch immer etwas anderes werden.... irgend etwas.... Privatsekretär... oder sonst etwas... Es ist alles einerlei....“

Er schwieg; die Gedanken drängten sich in seinem Kopfe. Schweigend gingen sie fünfzig, hundert Schritte weiter Arm in Arm der Stadt zu. Dann kam ihm mit einem Male die liebliche Wärme, das leichte Gewicht ihres schlanken Körpers, der an seinem Arme hing, zum Bewußtsein; er sah sie voller Liebe an. Sie machte ein verdrießliches Gesicht, als sich aber ihre Augen trafen, lächelte sie und sagte:

„Das wirst du doch nicht tun?.... Ich hatte mich schon so sehr gefreut!“

„Auf was, Fritzi?“

„Dich als Ringkämpfer zu sehen,“ sagte sie verliebt und schmeichelnd. „O, wie hübsch wirst du aussehen!... Versprich mir, daß du nichts anderes werden willst!“

Da drückte er ihren Arm und neigte sich tief herab zu ihr und sagte mit dunkler Leidenschaft in der Stimme:

„Aber ich will dich allein haben, Fritzi, begreif das doch, begreif das doch... Sie sollen dich mir nicht wegnehmen. Nein, Fritzi, verzeih mir, ich rede ja Wahnsinn! Du läßt dich ja nicht mir wegnehmen, du bist mir ja gut... Aber schon um ihrer Blicke willen könnte ich sie niederschlagen, ich könnte sie ohrfeigen um ihrer frechen Worte willen... O Fritzi, das kannst du nicht verstehen... Ich will dich doch nur ganz allein haben...“

Fritzi verstand ihn nicht. Er sagte ihr öfter solche Worte, die erfüllt waren von einer exklusiven, eifersüchtigen Zärtlichkeit. Sie wußte, daß er sie am liebsten eingesperrt, vor aller Welt verschlossen gehalten hätte, damit kein fremder Blick ihr huldigte. Sie konnte es nicht begreifen, aber ein weiblicher Instinkt sagte dem unerfahrenen, leichtfertigen Mädchen, daß sie dieses tiefe Empfinden nicht zurückstoßen dürfe.

„Ich verstehe dich nicht, Ebi,“ sagte sie langsam. „Ich weiß nicht, was du willst... Du hast mich allein... Konnte ich dafür, daß der freche Athlet mich ansah? Ich habe es nicht gewollt, ich habe ihm zu verstehen gegeben, daß ich nichts von ihm wissen wollte... Ich finde, er ist ein Ekel!“