„So, findest du?“ erwiderte Eberhard erheitert. Er hatte noch nicht die Erfahrung gemacht, daß junge Mädchen in den stärksten Ausdrücken über die Männer schimpfen, welche ihnen gefallen, und fuhr vergnügt fort: „Das freut mich! — Nun, hast du es ja nicht nötig, wieder hinzugehen!“

„Warum nicht?“ fragte sie harmlos. „Wegen dieses Menschen? Ach, dann glaubte er am Ende, daß ich mich vor ihm fürchte... Nein, Eberhard, das sollen sie nicht denken!.... Ich komme doch wieder hin!.... Ich will dich doch sehen! — Ich bin ja so froh, daß du Ringkämpfer wirst!“

V.

Es war am Vorabende des ersten Dezembers, an dem Eberhard zum ersten Male als einer der „vierundzwanzig Ringkämpfer“ vor die Öffentlichkeit treten sollte.

Eberhard ging des Nachmittages um die fünfte Stunde zu seiner Freundin. Fritzi hatte ihr Ausgehjäckchen an und setzte soeben vor dem Spiegel ihren Hut auf. „Ach, du bist’s,“ sagte sie und winkte grüßend mit der Hand, ohne sich in ihrer Beschäftigung stören zu lassen, „ich gehe eben fort, wie du siehst.“ „So begleite ich dich,“ sagte der junge Mann. „O,“ erwiderte das junge Mädchen, wie es ihm schien, in einiger Verlegenheit, „so wirst du nicht weit mitkommen können, denn ich gehe ins Theater.“ „In die Garderobe? Jetzt schon?“ fragte er, „es ist kaum fünf Uhr!“ „Es muß schon später sein,“ antwortete sie schnell, „und ich muß heute mindestens eine Stunde früher dort sein, da ich an einem Kostüme zu nähen habe.“

Dagegen war nichts einzuwenden. Trotzdem fragte Eberhard noch:

„Kannst du kein anderes Kostüm anziehen, Fritzi? Ich wäre so gerne noch ein Stündchen mit dir zusammen!“

„Gerade heute?“ lachte sie. „Aber es ist unmöglich! Es ist gerade mein schönstes Kostüm, das grüne, du weißt.. Der Agent kommt heute abend ins Theater, nur meinetwegen! — Aber hübsch wäre es, wenn du mir ein paar Mark auf Handschuhe geben wolltest; nach der Vorstellung bekomme ich erst Gage, und ich kann mich vor dem Agenten nur in eleganten Handschuhen sehen lassen!“