„Na, quatsch’ nicht, Justav!“ flüsterte die Chansonette ungeduldig und aufgeregt, „hör’ zu...“
Die Musik schwieg; Herr Markus, Thyssens Sekretär und Faktotum, durchbrach den geschlossenen Halbkreis der Athleten. Er war im Frack und in weißer Weste; seine Augen, die vor Hitze, Erregung und Bewußtsein seiner Wichtigkeit funkelten, wetteiferten an Glanz mit dem dicken, echten Solitär auf seiner Krawatte. Er machte, so gut es ihm gelang, eine Reverenz und begann in das atemlose Schweigen hinein mit lauter Stimme die Namen der Vierundzwanzig auszurufen:
„Jan van Muyden, Meisterringer von Holland...“
Ein dicker, hübscher Ringkämpfer mit rosigem Teint und kurzgeschorenem, ganz hellblondem Haar, ein echter Holländer, trat vor, ließ aus seinen grauen, stahlharten Augen einen großen Blick über die Menge schweifen und verbeugte sich kurz. Als er in den Halbkreis zurücktrat, sah man ein brutales Lächeln um seinen hübschen Mund spielen....
„... Pierre le Forgeron, genannt Oeillet rouge, die rote Nelke; Champion von Paris!“
Es hatte noch niemand Beifall geklatscht. Le Forgeron, der ehemalige Schmied, der sich ernsthaft, mit pariserischer Höflichkeit, verneigte, war nicht größer als hundertundachtzig Zentimeter, aber die cyklopische Gedrungenheit seines Körpers, die Riesenkraft seiner breiten Schmiedehände mochten ihn zu einem furchtbaren Gegner machen...
„Paul Kiesling, Meisterringer von Rheinland und Westfalen ...“
Paul Kiesling hatte einen ungemein proportionierten, sehnigen, schlanken und edelgebauten Körper. Einzig seine breite Brust und die stark ausgebildeten Muskeln der schönen Arme verrieten den Athleten. Seine Hände und Füße aber waren verhältnismäßig klein, und seine Gelenke nicht im mindesten plump. Er war stolz auf seinen schlanken Leib, und Tausende von Frauen in aller Welt hatten die herrliche Linie seiner schlanken Hüften angebetet...
„... Sergej Roditscheff, Rußland...“