Der „Stier von Granada“ hatte den olivenfarbigen Teint der Südspanier, einen häßlichen Gorillakopf mit wilden, schwarzen Locken, einen unwahrscheinlich breiten Brustkasten, unmäßig breite Schultern und die größten Hände, die man je gesehen hatte. Das waren wahrhaftig keine Hände, sondern die Tatzen eines großen, wilden Tieres. Dazu war sein Gesicht über alle Maßen häßlich, von einer Häßlichkeit, die fast schon wieder imponieren konnte. Der Toro de Granada klappte plump und grob zusammen, anstatt sich zu verbeugen... Jeder fühlte, daß man diesem olivegrünen menschlichen Stier gegenüber nicht würde unparteiisch bleiben können. Man würde wohl gegen ihn Partei nehmen, aber Partei nehmen in jedem Falle....
„... August Bluhm, der Apollo von Berlin —! — Roland, Berlin!“
Das war Eberhard Freidank. Er hatte den Athletennamen „Roland“ gewählt. Fritzi schrie Hurra, Therese Ambrosius, von den widersprechendsten Gefühlen bewegt, fühlte sich einer Ohnmacht nahe....
Es gab noch eine Sehenswürdigkeit. Triumphierend verkündete Markus:
„Ingvar Mô, Meisterringer von Lappland!“
Und dann machte er eine Pause. Es war wie der Augenblick allerhöchster Spannung, wenn ein Todesmutiger im Zirkus die steile Fahrt durch den Todesring antritt, es war ein atembeklemmendes Schweigen, als wenn die Natur in Gewitterschwüle den ersten Donnerschlag erwartet....
„.... Hermann Thyssen, Weltmeisterringer.“
Und in den Jubel der Menge hinein bliesen die Trompeten, jauchzten alle diese leblosen Instrumente mit beseelten Stimmen....
Die Menge hatte sie gesehen, die Starken, die Spannung war gelöst; man konnte wieder atmen, wieder um sich blicken, wieder lachen! Die Ringkämpfer hatten die Bühne verlassen. Nun bekam man nur noch jene sechs zu sehen, die paarweise gegeneinander ringen sollten. Jan van Muyden, der blonde Holländer, gegen den Apollo von Berlin, der braune Argyll gegen den langen Irländer Lanfrey und zum Schluß der Türke gegen Thyssen.