„’n Ringkämpfer,“ sagte Fritzi einsilbig.
„Einer von Herrn Freidanks Bekannten aus’m Theater? Da nehmen Sie sich man in acht, Kindchen, daß Ihrer nicht dahinter kommt!“
„Nee, bloß aus der Ringkampfschule,“ vertraute das junge Mädchen nun der Wirtin an. „Er ringt in ’ner Bude, auf’m Rummel! Freidank kennt ihn aber! — Ich kann gar nicht begreifen, Frau Krichelmann, daß mein Bräutigam nichts von allem bemerkt hat! — Gestern war es ja ungefährlich; da ist er gleich nach der Vorstellung zu seinen Studenten auf die Kneipe gegangen. Seine Bekannten haben keine Ahnung, daß er jetzt Ringkämpfer ist! — Ja, sonst müssen wir schlauer sein, Justav und ich! Denn am ersten Abend waren wir zu unvorsichtig... Da hat er mir im Theater so viel zugesetzt, bis ich mit ihm losgegangen bin, ehe die Vorstellung zu Ende war. Freidank wollte mich aus der Loge abholen, aber als er mich suchen kam, bin ich längst mit Justav’n auf und davon gewesen! — Daß er davon nie ein Wort gesagt hat, nicht einmal gefragt, wo ich hingegangen war, das versteh’ ich nicht, Frau Krichelmann. Eberhard war an dem Abende zum ersten Male auf der Bühne, und das wollten wir doch zusammen feiern!“
„Vielleicht hat er sich selber an dem Abend etwas vorgenommen, was er Ihnen auch nicht sagen durfte!“ meinte die welterfahrene Wirtin nachdenklich. „Aber wie ist es denn mit Herrn Justav’n, bekommen Sie von dem auch was Reelles geschenkt?“
„Ach nein!“ lachte Fritzi belustigt. „Der tut so, als ob ich noch froh sein könnte, daß ich ihn überhaupt habe! — Da ist mein Bankier freilich anders... Wenn ich den nicht hätte, Frau Krichelmann! Gestern hat er mir wieder drei seidne Blusen und einen Hut gekauft —!“
Die Hausfrau packte neugierig die Kartons aus, bewunderte mit neidischem Staunen die Geschenke von Fritzis Kavalier und erkundigte sich:
„Nun, und Er? Merkt er das nicht?“
„Keine Spur,“ sagte Fritzi. „Sie wissen ja, Männer... Mitunter wird er mißtrauisch und fragt. Nun, ich gebe ihm immer die richtige Antwort, und sofort ist er wieder zufrieden... Jetzt zumal, Frau Krichelmann! Könnte er nicht froh sein, daß er eine gute Stelle hat, wo er so schön verdient? Nein, er grübelt fortwährend. Seine Stückeschreiberei steckt ihm im Kopfe und sein Studieren... Er redet fast nichts anderes! —“
„Komisch! — Und dabei ringt er so großartig, der Herr Freidank! Ich habe ihn doch nun schon dreimal gesehen! — Vorgestern, als er den dicken Menschen, der sich Herkules von Frankreich nennt...“
„François à la Crinière....“