„Nein,“ sagte Therese, „zur Kirche.“
Eberhard sah sie an und sagte lächelnd: „Bitte, Fräulein Ambrosius, beten Sie auch für mich!“
Das Mädchen richtete ihre braunen Augen auf ihn und sagte ernsthaft: „Ja, das werde ich tun. Das werde ich ganz gewiß tun.“
Tönnies kam um die Mittagsstunde zu Eberhard. Er fand ihn, nur mit Hosen, Schuhen und Strümpfen bekleidet, beim Hanteltraining.
„Ach, bist du wieder einmal beim Turnen?“ begrüßte er ihn gutmütig spöttisch, „ich glaube, du tust überhaupt nichts anderes mehr, Freidank! Mein Himmel — dort liegt ja sogar ein Kraftmenschenjournal!“
„Ich tue auch noch anderes,“ sagte Eberhard und schüttelte dem Freunde die Hand. „Aber alle Vormittage trainiere ich eine Stunde oder eine halbe... Du weißt, ich gehe nicht mehr auf den Paukboden.“
„Ja so,“ sprach Tönnies. „Du weißt, Eberhard, daß ich für alle diese Dinge wenig übrig habe.“
„Aber du schlägst gut, Adolf!“
„Das tut nichts dazu,“ erwiderte Tönnies. „Ich pauke, wie jeder andere, aber nicht gern... Ich habe auch für den Sport wenig Interesse... Denke dir ein Radrennen, Eberhard! Du siehst einige Fahrräder rund um die Bahn fliegen, darauf junge Leute in Trikot, so weit vornübergebeugt, daß sie fast schon liegen, in einer unmöglichen, unwahrscheinlichen, unhygienischen Stellung... Und der Endeffekt? Die Sieger mit Schweiß und Staub bedeckt, die Gesichter verzerrt wie von fürchterlichen Schmerzen... Ist das ein Ziel? Ist das eine Aufgabe? — Ich möchte mir nicht die Ringkämpfer im Odeon ansehen, Freidank! Alle Welt spricht von ihnen, ganz Berlin ist voll davon.... Alle Welt ist begeistert von einfacher, gewöhnlicher Roheit! — Brutale Kraft hat aber auch der Ochse.“
„Und die Ringer im Stadium zu Athen, Adolf? Und die Gladiatoren? — Die ausgedehnte antike Sportbetätigung?“