In der Ecke stand ein Weihnachtsbaum, der von den Füchsen scherzhaft und phantastisch herausgeputzt war. Zur Beleuchtung des Baumes hatte man zufällig starke, gelbe Wachskerzen gekauft, die ihren süßen, edlen Duft in feinen Wogen durch das Kneipzimmer sandten. Die Lichter knisterten leise; man hatte ein mechanisches Musikinstrument eingestellt, welches nun einen großen Kinderchor erklingen ließ. Wie aus weiter Ferne, aber dennoch deutlich, zogen die glücklich-naiven Worte dahin:

„O, du fröhliche,

O, du selige,

Gnadenbringende Weihnachtszeit!“

Von den Wänden grüßten die vertrauten Bilder alter Kommilitonen; das Bild Andreas Gryphius’ war von einer jungen, pietätvollen Hand mit grünen Tannenzweigen bekränzt worden. Die jungen Männer, der holden Kinderzeit noch nah und nicht entfremdet, wollten sämtlich unter Lachen und Necken ihre mildgerührte Stimmung verbergen und vermochten es nicht....

„Christ ist erschienen,

Uns zu entsühnen.

Freue dich, freue dich, o Christenheit!“

Der Kinderchor sang’s aus der Walze des leblosen Musikinstrumentes heraus. Und wieder einmal, wie so oft, träumte Eberhard von ernster Geistesarbeit und ehrlichen Erfolgen, von stillem Schaffen und Freude an erreichten Zielen....