„Ja, das ist wahr.“

In schweigender Erschütterung blickten die jungen Männer vor sich nieder. Alle hatten sich erhoben. Der Muniche stand blaß und abgewendet, selbst ergriffen von der Wirkung seiner Anklage.

Freidank machte eine unwillkürliche Bewegung, um das Zimmer zu verlassen. Da faßte sich der Präside und sagte, ohne seinen Schmerz zu verhehlen:

„Freidank, das tut mir weh, — bei Gott, — als ob’s mein eigener Bruder wäre... Du warst uns wie ein Bruder, Freidank.... Aber... daß man das sagen muß! — Freidank, so leid es uns allen tut... aber.... Mit der blanken Waffe.... ist das nicht auszutragen....“

„Ich weiß schon,“ sagte Freidank erschöpft. „Lebt wohl! Und es soll euch im Leben gut gehn, und ihr sollt erreichen, was ihr erstrebt.“

Und er wendete sich zur Türe. Keiner hielt ihn zurück. Im Flur gab der Vereinsdiener ihm den Mantel um und reichte ihm die Pelzmütze. Da kam ihm einer nach: das war Tönnies.

„Verzeih,“ sagte Adolf Tönnies gedrückt, „ich schuldete dir noch fünf Mark, Freidank... Erlaube, daß ich diese Schuld berichtige....“

Alles, was vorhergegangen war, war nichts gegen diesen Schmerz. Adolf brachte ihm fünf Mark zurück, die er wohl von dem Studenten hatte leihen können, von dem Ringkämpfer aber nicht...

„Deshalb bist du mir nachgegangen, Tönnies?.....“