„Pardon —, ja, deshalb! Denn ich fürchte, daß ich in Zukunft dazu keine Gelegenheit mehr haben Werde, in Anbetracht deiner neuen Karriere....“

Freidank ließ das Silberstück fallen, daß es klirrend fortrollte. —

Die meisten Straßenlaternen waren ausgelöscht; die Straße war noch finsterer. Tauwind flog über die Stadt, fraß die letzten Schneereste und glitt weich durch die Haare des Ausgestoßenen. Eberhard hatte keinen Gedanken....

Ein einsames Mädchen strich langsam vorbei; da fiel ihm Fritzi ein. „Zu Fritzi!“ sagte er sehr sanft vor sich hin, und ein liebeseliger Frieden zog in sein Herz ein, „zu Fritzi!“

Er kam an das Haus, wo Fritzi wohnte, stieg vorsichtig die Treppen hinauf und schloß die Türe auf. Er wollte das kranke Mädchen nur sehen, einen Kuß auf ihre weiße Stirn drücken und wieder von dannen gehen. Aber das Zimmer war leer, und Fritzi war nicht darin.

Er sah sich um, er griff an seine Stirn. Wahrhaftig, es war Fritzis Zimmer.... Das Bett war unberührt, das Mädchen war nicht heimgekommen. Er stand eine Weile am Fenster und sah zwecklos hinaus, dann fing er an, zu toben und zu fluchen. Das Dröhnen seiner Stimme lockte Frau Krichelmann, die Wirtin, herbei. Sie erschien in Nachtjacke und Unterrock und fragte entsetzt, was geschehen sei?

„Sie wissen es besser als ich!“ stöhnte Freidank, „wo ist Fritzi?“

„Das Fräulein Fritzi?“ Die Wirtin besann sich nach einer Lüge, „das Fräulein Fritzi ist, so viel ich weiß, zu Fräulein Liane gegangen....“

„Liane!“ sagte Eberhard bebend, „aber Liane ist nicht in Berlin... Fritzi ist anderswo... Wenn Sie keine Wahrheit wissen, so sagen Sie wenigstens keine offne Lüge....“