Das Bild stellte Fritzi inmitten ihrer beiden Begleiter dar. Sie war gar nicht zu verkennen. Den Lockenkopf mit dem kecken Pelzmützchen hatte sie zärtlich an Binders Schulter gelehnt, und Binder hielt sie fest im Arm, die Hand auf ihre zierliche Taille gepreßt....
„Ich danke Ihnen,“ sagte Freidank heiser. „Ich danke Ihnen vielmals. Ja, das ist Fritzi.“ —
IX.
Eine halbe Stunde vor Mitternacht kam Aloys Binder aus dem Odeontheater und traf an der nächsten Straßenecke Fräulein Fritzi l’Alouette. Fritzi ging bereits seit einer vollen Stunde an dem Platze auf und ab und dachte daran, daß Eberhard sie niemals hatte warten lassen. Nur flüchtig kam ihr indessen der Gedanke, heim zu gehen und den Ringkämpfer im Stiche zu lassen. Sie fürchtete sich vor diesem Menschen, der doch gegen sie bisher nur sanft und freundlich gewesen war. So wartete sie mit einem seltsamen Gemisch von Zorn und Demut im Herzen. Als Binder endlich kam, machte Fritzi ihm nachträglich Vorwürfe. Er hörte sie schweigend an und sagte nach mehreren Minuten:
„Es wird Tauwetter, du kleine Katze!“
„Was hat das mit meinem Warten zu tun?“ fragte Fritzi verblüfft.
„Nichts!“ erwiderte Binder lächelnd, indem er die Zähne zeigte, „wie lange du gewartet hast, ist mir höchst gleichgültig, du schwarzes Kätzchen! Du mußt auf mich fünf Stunden warten, wenn es mir paßt, zehn Stunden, die ganze Nacht! — Oder würdest du nicht warten?“ fügte er drohend hinzu.
„Ja....“ sagte sie eingeschüchtert und blieb nahe an seiner Seite, während er weiterging. Sie trippelte schlank und zierlich neben ihm, dann hängte sie sich an seinen Arm: