„Wird’s bald?“ schrie der Ringkämpfer grob, „oder willst du mir erst die Peitsche bringen?“
„Aber, Liebling!“ erwiderte Celeste lächelnd, „aber, Liebling! Warum sollte ich dir nicht den Gefallen tun?“
„Recht so, Celeste! O, ich habe immer gewußt, daß du gehorchen lernst! — Du bringst den kleinen Hasen auch zu Bett, Celeste!“
„Ja, ich bringe den kleinen Hasen auch zu Bett,“ wiederholte Celeste, „und dich bringe ich auch zu Bett, Aloys, dich auch!“
Diese Müdigkeit! Sie warf den starken Menschen einfach um. Aber ihm war pudelwohl dabei, so wohl! Blinzelnd sah er zu, wie Madame Celestes schlanke, gepflegte Hände die Chansonette auskleideten. Die schöne Aristokratin kniete ohne Zögern nieder, um Fritzis Knopfstiefel zu lösen, ihr die Strümpfe auszuziehen.... Sie holte eins von ihren eigenen Nachthemden aus mattweißer Waschseide herbei und zog es Fritzi l’Alouette an. Sie führte die Buhlerin ihres Geliebten selbst ins Schlafgemach ...
Fritzi blickte sich schlaftrunken, mit lüstern geöffnetem Mündchen, um:
„Und du, Aloys?“
„Ich komme,“ sagte Binder, „Celeste muß mir auch helfen... mich auch bedienen... Ich bin zu müde...“
Fritzi sank auf die Kissen und schlief sofort. Celeste kehrte zu Binder zurück. Und da sie ihn nun allein sah, um den sie ihren Gatten, ihre Ehre, ihr Vermögen und alles geopfert hatte, wurde sie eine Sekunde lang weich. Wie vom Blitz getroffen, stürzte sie Binder zu Füßen, preßte ihre Lippen auf seine muskulösen Hände, beugte den Kopf auf seine Kniee...
„Was treibst du für Firlefanz!“ schrie Binder erbost. „Dummes Weib, was willst du von mir! Zieh’ mir die Stiefel aus, schnell...! Du bist meine Magd, du bist meine Sklavin... vergiß das doch nur nicht.... Zieh’ mir die Socken ab, Celeste....!“