Das sagte er ohne Begründung, Haß in Augen und Stimme.
„Bleiben Sie,“ fuhr Thyssen fort. „Sie wissen, daß auch ein seriöser Geldpreis damit verbunden ist. Aber das ist nicht die Hauptsache. Es ist wegen der Reklame. In meiner Konkurrenz Dritter, als Neuling — das leuchtet Ihnen ein, was Sie dadurch für Ihre Karriere profitieren...“
„Das würden Sie...?“ sagte Freidank stammelnd, „das wollten Sie...?“
Er griff nach Thyssens Hand, die schön und fest auf dem Tische lag, und preßte sie in ehrgeiziger Leidenschaft:
„Herr Thyssen! — und wodurch könnte ich das wettmachen? Was könnte ich Ihnen denn dafür...?“
Thyssen zögerte. Leicht wurde ihm die Antwort nicht, diesem anständigen und freudestrahlenden Jüngling gegenüber. Aber dann — weshalb hätte er sonst das Gespräch bis auf diesen Punkt gebracht? Er handelte doch schließlich auch sehr anständig, er bot Freidank einen Vorteil, der des Preises wert war...
„Ihre verflossene... oder halbverflossene Fritzi...,“ sagte er.
Eberhard war betroffen, nicht beleidigt. Wie? Fritzi, welche durch ihre Beteiligung an dem großen Skandal so stark kompromittiert war, daß sie kaum unbehelligt durch die Straße gehen konnte, sie gerade hatte das Wohlgefallen des wählerischen, exklusiven Champions erregt? Er wunderte sich selbst, daß sich keine Eifersucht noch Zorn über die Zumutung, eine Geliebte um den dritten Preis zu verschachern, in seinem Herzen regte. Er freute sich nur, daß er sie los wurde! —
Er verbarg sein spöttisches Lächeln und sagte:
„Abgemacht! — ich werde Dritter und Sie nehmen Fritzi l’Alouette — zu Deutsch die Lerche. Hoffentlich singt sie Ihnen ein netteres Lied vor, als mir... und dem Binder...“