»Ernst wohl, aber nicht schwer, da Papa sich ihm mit Leib und Seele hingiebt, und die Passion alle Mühseligkeiten desselben überwindet,« entgegnete ich mit schlecht unterdrücktem Lächeln.

Wieder sah er mich von oben bis unten fragend an. »Passion zum Totengräber!« mochte er wohl denken.

»Sie, Mr. Clemens, müssen das doch am besten begreifen und verstehen,« – sprach ich inzwischen lebhaft weiter, – »daß ein Mann im Feuereifer des Studiums und Forschens, wie es Papa zuweilen thut, die lichte, sonnige Gegenwart, – die Welt mit ihren Freuden und Genüssen völlig vergessen kann, um des – Verblichenen, – ja um des Staubes der Vergangenheit willen!«

Das kluge Auge richtete sich einige Sekunden prüfend und beinahe streng auf mein lachendes Gesicht. Ohne Zweifel konnte er die innere Verbindung meines Ideenganges nicht finden.

»Ich?« fragte er daher halb unwillig.

»Nun ja! Sagten Sie mir nicht soeben, daß Sie Geologe seien? So ein klein wenig geistige Verwandtschaft besteht dann wohl zwischen Ihnen und Papa,« war meine heitere Antwort, indem ich fortwährend sein immer finsterer werdendes Gesicht beobachtete.

»Ich weiß nicht, mein Fräulein, ob Sie Scherz mit mir treiben, oder ob ich selbst in einem argen Irrtume befangen bin?« sagte er in einem steifen, völlig veränderten Tone. »Denn alles, was Sie in den letzten fünf Minuten gesprochen haben, erscheint mir dermaßen unverständlich und rätselhaft, daß ich wirklich bitten muß, sich ein wenig deutlicher zu erklären!«

»Aber, mein Gott, wie so denn? Was ist Ihnen nicht klar? Ich scherze wahrhaftig nicht!« rief ich in ungeduldiger Hast und Erregung.

»Nicht?!« fragte er immer noch ungläubig. »Dann verzeihen Sie meine Indiskretion und sagen Sie mir, welche Stellung Ihr Herr Vater eigentlich bekleidet?«

Jetzt pochte mein Herz wirklich. Allein in möglichster Unbefangenheit erwiderte ich: