Wie Du, Mr. Clemens gegenüber, Dich dann aus der Schlinge ziehen wirst: ob Du es bei dem »Mißverständnisse« bewenden lassen, oder ob Du lieber beichten willst, das werden die eigenen Gefühle Dir wahrscheinlich am besten sagen, meine Terrie!
Giebt es doch in der ganzen Welt nichts Unberechenbareres, Widerspruchsvolleres, als ein Mädchenherz. Man könnte wirklich Bücher darüber schreiben. Weißt Du noch, wie ich selbst immer über die Liebe gespöttelt und stets so übermütig – prahlerisch geäußert habe, daß dieser süße Dämon niemals Gewalt über mich bekommen würde? Wer solchen Ausspruch thut, ist – eine Närrin; denn ...!
Doch ich muß schließen; Mütterchen ruft nach mir, weil Gilbert Newton, der einzige Sohn des Hauses, ein junger Schiffs-Kapitän, der ein auffallend schöner Mann ist, soeben ankam, und ich ihn unterhalten soll. Wahrhaftig, Terrie, er ist der interessanteste Mensch, welcher mir jemals begegnete, – voller Geist und Feuer! Es leben die Amerikaner!
Schreibe bald von Mr. Arnulf Clemens' Besuch und sei umarmt von
Deiner glücklichen Schwester Carrie.
Nachschrift.
Vielleicht kehre ich doch noch früher heim, als ich anfänglich gedacht, da Newtons beabsichtigen, selbst mich nach New York zurück zu bringen. Das wird ja ein herrliches Wiedersehen werden! Gut wäre es aber jedenfalls, wenn Du Papa langsam auf diesen unverhofften Besuch vorbereiten wolltest. –
New York, den 20. November.
Du böse, liebe Carrie!