Ich hatte das Gesicht ein klein wenig nach rechts gewandt, so daß Miß Kathes Blicke nur mein Profil zu treffen vermochte, und entgegnete so ruhig, als ich trotz der Aufregung, die in mir arbeitete, es fertig zu bringen imstande war:

»Liebe Miß Kathe! Da ich von dem Grundsatze ausgehe, besser ist besser und sicher ist sicherer, so würde ich doch die paar hundert Dollars nicht ansehen und gelegentlich, das heißt, auf irgend einer triftigen Entschuldigung fußend, der alten Newland zu verstehen geben, daß Sie über ihre Zimmer zu disponieren wünschten. Ich verehre Sie zu hoch und aufrichtig, Miß Kathe, um Sie auf irgend welche Weise in Unannehmlichkeiten verwickelt zu sehen! Daher rate ich Ihnen offen hierzu, weil mir die Sache mit dem Detektiv gar nicht gefällt.«

Erschreckt prallte die alte Dame zurück und starrte mich mehrere Sekunden durchbohrend an. Dann faßte sie sich rasch und versetzte mit schmerzlichem Tonfall der Stimme:

»Sie würden mir das nicht sagen, Mr. Berken, wenn es nicht Ihre innerste Überzeugung wäre!«

»Sicherlich nicht, Miß Kathe!«

»Gut denn; ich folge Ihnen!«

Ohne zu zucken und ohne vielleicht weiter des vermeintlichen Verlustes einer für sie ziemlich bedeutenden Summe zu gedenken, reichte die resolute alte Dame mir die Rechte hin und sagte:

»Morgen wird ein Ende gemacht. Punktum!«

Dann verließ auch sie das Sprechzimmer. –

»Morgen!« Mechanisch öffnete ich die nach dem Balkon führende Glasthür und riß in tiefen Gedanken an den an dem Geländer sich emporrankenden Klematisblüten. »Morgen!« kam es nochmals sorgenvoll über meine Lippen. Jetzt stand die Sonne bereits tief am Horizonte, und wenn sie dort im Osten wieder emporstieg, dann mußte etwas geschehen sein, wovon die dabei beteiligten Personen bis jetzt noch keine Ahnung hatten.