Aus weiteren Stellen der erwähnten Briefe geht hervor, daß in Angora unter den armenischen Katholiken große Beunruhigung besteht. Bei der nun einmal hier herrschenden Willkür ist es nicht ausgeschlossen, daß gewisse Übergriffe von Zeit zu Zeit erfolgen werden. Immerhin ist die Regierung zweifellos gewillt, ein schärferes Vorgehen gegen die armenischen Katholiken zu vermeiden. Dr. Schade erhält mich fortgesetzt auf dem Laufenden über die Verhältnisse in Angora. Ich werde nicht verfehlen, die Angelegenheit im Auge zu behalten und nötigenfalls die hiesige Regierung auf die Vorgänge in Angora aufmerksam zu machen.

v. Kühlmann.

Seiner Exzellenz dem Reichskanzler
Herrn von Bethmann Hollweg.

356.

Deutsche Evangelische
Missionshilfe.

Berlin-Steglitz, den 14. Juli 1917.

An das Auswärtige Amt, Berlin.

Als Vorstandsmitglied der Deutschen Blindenmission im Orient ging mir von dem Leiter unseres Blindenheims in Malatia, Ernst J. Christoffel, ein Brief vom 26. März d. J. zu, der die Anschauung des Herrn Christoffel über die Lage und Zukunft der Armenier in Kleinasien enthält. Ich erlaube mir, denselben in Abschrift zur Kenntnisnahme vorzulegen, ohne zu den Mitteilungen Stellung zu nehmen.

A. W. Schreiber,
Direktor der Deutschen Evangelischen Missionshilfe.

Anlage.