Mohrenschildt, Robert Wilhelm. Maler. Geb. 1792, Sohn des Joh. Heinr. v. M. auf Jöggis und Hattoküll; gest. 9. Dezember 1849, bildete sich ebenfalls zum Maler aus.

Mohrenschildt, Woldemar Andreas Konstantin. Maler. Geb. 3. Juni (Juli ?) 1823 als Sohn des Berend Aug. v. M., studierte Ingenieurwissenschaften an der Hauptingenieurschule in Petersburg, wurde 1846 Ingenieur-Leutnant, besuchte darauf die Petersburger Kunstakad. als freier Zuhörer und wurde am 25. IX. 1850 für sein Bild „Antiochus von Syrien auf dem Krankenbette“ mit der gr. silb. Med. ausgezeichnet. 1854 wurde ihm für eine Verkündigung der Hirten die gold. Med. zuteil. Er ging dann nach Rom, trat hier zum Katholizismus über und lebte später in der Nähe von Lindau am Bodensee. Ausser den genannten Bildern sind von ihm bekannt geworden: Der Tod des heil. Sebastian, 1851. — Noah segnet Sem und Japhet, Skizze 1852. — Portr. eines Herrn von Löwenstern 1853. — Kosma Minin und die Nishegorodsker Bürger bitten den kranken Fürsten Posharski die Führung des Heeres zur Vertreibung des Feindes zu übernehmen, Skizze 1854. — Pilgerinnen (Bes. M. Baron Stackelberg, Dorpat).

Moritz, Friedrich. Maler. Geb. 25. Juni 1866 in Jewe in Estl., studierte 1885/86 Physik an der Dorpater Universität, besuchte seit 1887 die Akad. in Petersburg, ging 1890 nach Düsseldorf, wo er unter Prof. Arthur Kampf arbeitete und dann nach München, wo Prof. K. Marr sein Lehrer wurde. Nach einer Studienreise durch Italien und Frankreich liess er sich in Petersburg nieder, siedelte aber 1896 nach Riga über, wo er 1897 das Amt eines Lehrers für Freihandzeichnen am Polytechnikum übernahm. Seit 1905 in Berlin ansässig. M. ist hauptsächlich als Porträtmaler tätig.

W. Neumann, Balt. Maler und Bildh. d. 19. Jahrh. S. 140–141.

Mühe, Heinr. August Theodor. Maler u. Lithograph. Geb. 1794 in Braunschweig; gest. im Februar 1845 in Riga, kam um 1820 nach Riga, begründete hier eine lithographische Anstalt und übernahm 1830 das Amt eines Zeichenlehrers an der Lutherschule. Von ihm sind mehrere lithogr. Arbeiten bekannt.

Rigasche Stadtblätter 1825, 21. Juli; 1830 S. 299; 1841 S. 304; 1844 S. 23, 84; 1845 S. 47.

Müller, (gen. Müller von Riga) Johann Jakob. Landschaftsmaler. Geb. 7. März 1765 in Riga; gest. 21. September 1831 in Stuttgart, studierte in Jena, Göttingen und Erlangen Theologie, gab aber 1790, obgleich er bereits zum Pastor ordiniert worden war, den Beruf auf und wandte sich der Malerei unter der Leitung Chr. Klengels zu. Mit diesem ging er nach Rom und blieb dort bis 1797, wo er sich namentlich nach Claude Lorrain bildete. Er kehrte nach Deutschland zurück und liess sich in Stuttgart nieder, wurde hier Lehrer an der Kunstschule und am Gymnasium, ging mit einer Unterstützung des Kaisers Alexanders I. nochmals nach Italien und wurde Hofmaler des Königs von Würtemberg. Sein künstlerischer Nachlass kam in die Hände des Bildhauers Wilh. Braun. Von ihm: Die Grotte des Neptun bei Tivoli; in Rom gem. — Sorrent (Bes. Königl. Gemäldegal. Stuttgart). — Die Ruinen Pompejis mit Aussicht auf den Vesuv und die Insel Ischia. (Kam in den Bes. d. Königs Ludwig I. v. Baiern). — Abendlandschaft. Gegend v. Salerno. (Bes. Königl. Gemäldegal. Stuttgart). — Das Lauterbrunner Tal. — Via mala. — Der Reichenbachfall in der Schweiz (Nach dem Tode des Künstlers von Dörr in Heilbronn vollendet). — Bildnisse des Vaters und der Mutter des Künstlers, sowie ein Selbstportr. im Bes. seiner Grossnichte Frau Pauline Zinserling, geb. Müller, Riga. Einige seiner Bilder kamen in Kaiserl. Bes. nach Petersburg, andere befinden sich in dem Königl. Bairischen Schlosse zu Tegernsee.

W. Neumann, Baltische Maler und Bildh. des 19. Jahrh. S. 15–17.

Müller, Johann Julius. Rigascher Porträtmaler in der ersten Hälfte des 18. Jahrh. Für das Rathaus zu Riga malte er das Bild des Königs Karls XII. von Schweden. 1726 wird ihm der Auftrag zuteil die Porträts des Kaisers Peter I. und das der Kaiserin Katharina I. zu malen. Wegen einiger Kostümschwierigkeiten beim Bilde der Kaiserin soll beim Gouverneur Repnin angefragt werden. Ein Frauenporträt (Frau des 1748 verstorbenen Goldschmiedes Christopher Dey in Riga) im Besitz des städt. Museums in Riga könnte ihm zugeschrieben werden.

A. Buchholtz. Mitteilungen aus d. livl. Gesch. XV. S. 196.