»Behüte Gott — alles wie du willst, Leo!« unterbrach ihn die alte Frau erschrocken und doch ihr schmerzliches Bedauern nicht verbergend. »Ich werde mich bemühen, die Verbannung so schonend wie möglich einzuleiten, damit sie nicht allzu wehe thut ... Aber, mein Himmel, wie erregt du bist, Leo, und wie fieberisch deine Hand brennt! Du bist krank. Du opferst dich für deine Patienten. Nun, wenigstens hier in deinem Heim werde ich dir Ruhe verschaffen — darauf verlasse dich! Darf ich dir ein Glas Limonade mischen?«

Er dankte mit beruhigter Stimme und verabschiedete sich. Käthe hörte, wie die Tante nach der Küche ging, wahrscheinlich, um das verspätete Vesperbrot herzurichten. Gleich darauf trat der Doktor unter die Hausthür.

Er dankte mit beruhigter Stimme und verabschiedete sich. (S. 269.)


21.

Da, dicht neben der Thüreinfassung, lehnte das junge Mädchen an der Wand; mit blassem Gesicht, die Zähne fest zusammengebissen, starrte sie neben dem herabsteigenden Manne weg in die leere Luft — sie wollte ihn nicht sehen.

Er schrak bei ihrem Anblick zusammen und blieb einen Moment wortlos vor ihr stehen, die unbeweglich wie ein Wachsbild in ihrer Stellung verharrte. »Käthe!« rief er leise, ängstlich zögernd wie jemand, der einen in einem schweren Traum Befangenen zu erwecken sucht.