»Neuerer, Ketzer! steinigt sie, treibt sie hinaus!« – riefen sie.
Ach, die armen Sonnenkinder, sie wußten nicht, wie ihnen geschah, als sie plötzlich draußen vor der Kirchenthür sich befanden, die krachend hinter ihnen zufiel.
»Ach wären wir im Traumland,« seufzten sie, »unter Blumen und Vögelein, unter der Königin blauem Sternenmantel – uns friert, ach so sehr.«
Da, fern von der Stadt, begegneten ihnen zwei hohe, schlanke Gestalten, ein Mann und ein Weib – die hielten sich eng umschlungen und von ihren Stirnen ging ein Leuchten aus, daß es die Kinder wundersam durchschauerte. Sie faßten Mut und gingen jenen entgegen und fragten:
»Was thut Ihr hier draußen?«
»Wir feiern Weihnachten,« sagten jene beiden lächelnd.
»Ohne Baum und Menschen?«
»Für uns allein; in unserem Herzen, denn die Menschen haben uns von sich gestoßen!«
»Was thatet Ihr?«
»Wir sprachen die Wahrheit und in unserem Herzem thronte die Liebe,« sagten jene beiden und ihre Augen leuchteten. »Das aber kann die Welt nicht dulden, es ist gegen ihr Gesetz, und darum haben sie uns von sich gestoßen.«