[4] Daß Vogt verdächtig war, hatte Lassalle, der ursprünglich Vogt in Schutz genommen, schon früher zugegeben.
[5] Desgleichen auch in einer zweiten Broschüre von Engels „Savoyen, Nizza und der Rhein”. Lassalle hatte in seiner Broschüre die Annexion Savoyens an Frankreich als eine ganz selbstverständliche und, wenn Deutschland eine dieser Vergrößerung aufwiegende Kompensation erhielte, „ganz unanstößige” Sache hingestellt. Engels weist nun nach, welche außerordentlich starke militärische Position der Besitz Savoyens Frankreich Italien und der Schweiz gegenüber verschaffe, was doch auch in Betracht zu ziehen war. Sardinien gab Savoyen preis, weil es im Moment mehr dafür eintauschte, die Schweizer waren aber durchaus nicht erbaut von dem Handel, und ihre Staatsmänner, Stämpfli, Frey-Herosé u. a., taten ihr möglichstes, die Überlieferung des bisher neutralen Savoyer Gebiets in französische Hände zu verhindern. Im „Herr Vogt” kann man nachlesen, durch welche Manöver die bonapartistischen Agenten in der Schweiz jene Bemühungen hintertrieben. Alles übrige sagt ein einfacher Blick auf die Landkarte.
[6] Hierzu macht Lassalle in Klammern die Bemerkung: „Nur daß zum Glück auch Ihr ihm dieselbe nicht beibringen werdet, und darum erscheint mir der revolutionäre Nutzen allerdings als gesichert.” Wenn dem aber so war, wozu dann erst die Broschüre?
[7] Auf diesen Satz folgte in der ersten Auflage die oben in griechische Klammern gesetzte Betrachtung, die nicht nur durch die russische Revolution mit der Auflösung des russischen Imperiums den größten Teil ihrer sachlichen Bedeutung verloren hat, sondern die auch Wendungen enthält, zu denen ich mich grundsätzlich nicht mehr bekennen kann. Ich habe sie nur deshalb nicht ganz weggestrichen, weil sie immerhin erkennen läßt, wie sich zur Zeit, wo sie geschrieben wurde — 1891 — nach meiner Ansicht die durch 1866 geschaffene Lage unter deutschem Gesichtspunkt darstellte.
In der englischen Ausgabe hat die Betrachtung eine redaktionelle Abänderung erfahren, die mir deshalb der Erwähnung wert erscheint, weil sie zweifelsohne auf Friedrich Engels zurückzuführen ist, der, wie im Vorwort mitgeteilt wurde, jene Ausgabe durchgesehen hat. Ins Deutsche zurückübersetzt lautet die Einleitung dort:
„Wohin hat die preußische Lösung der nationalen Frage Deutschland gebracht? Lassen wir die Frage Elsaß-Lothringen beiseite — die Annexion dieser Provinzen war ein weiterer Bockstreich — und betrachten wir nur die Lage des deutschen Volkes gegenüber Rußland und dem Panslawismus. Österreichs Verdrängung aus dem Deutschen Bund” (weiter, wie im Original).
Obwohl bei mir die Annexion Elsaß-Lothringens mit keiner Silbe erwähnt war und sie für Engländer damals noch kein spezielles Interesse hatte, nimmt Friedrich Engels doch die Gelegenheit wahr, ihrer zu erwähnen, um sie als einen groben politischen Fehler zu bezeichnen — „an additional blunder” heißt es im Englischen. Ein Beweis, wie wenig Engels diese Annexion für endgültig ansah.
Daß im Englischen statt „uns gebracht” gesagt wird: „Deutschland gebracht”, war durch die Rücksicht auf das andre Lesepublikum von selbst geboten. Ich würde aber heute auch aus stilistischen Gründen diese präzisere Ausdrucksweise vorziehen.
[8] Unter dem Titel „Eine Liebes-Episode aus dem Leben Ferdinand Lassalles”. Die Verfasserin ist nun auch längst aus dem Leben geschieden.
[9] Noch hinreißender schildert Lassalle sein seelisches Verhältnis zu Sophie von Hatzfeldt in einem Fragment gebliebenen Brief an eine ungenannte Adressatin, der er darin die Liebe aufkündigt, weil die Dame ihm erklärt hatte, sie könne es nicht vertragen, neben sich noch Sophie von Hatzfeldt um Lassalle zu sehen. Der Brief ist eine ganze Abhandlung über seelische Liebe. (Vgl. Intime Briefe Ferdinand Lassalles, Nachtrag.)