Der General kämpfte die Nacht hindurch mit dem Tode und starb am folgenden Morgen. Das Haus war derartig überfüllt, dass die Baronin ihre Kinder auf den Hausflur bringen musste, damit sie durch ihr etwaiges Schreien dem sterbenden Manne nicht beschwerlich fallen möchten. Sein Leichnam lag den ganzen Tag in ihrem Zimmer. Als sein Stab und die Generäle sich um sein Grab versammelt hatten, schossen die Amerikaner, die hiervon nichts ahnten, auf die Trauer-Versammlung. So wurde, unter dem Feuer der feindlichen Kanonen als Trauersalut, der tapfere Führer der leichten Truppen zur letzten Ruhe gebettet.
Um 10 Uhr abends des 8. brach die Armee nach Norden auf. Riedesel kommandierte die Tête der Kolonne. Das Lazareth mit seinen 800 Insassen wurde zurückgelassen. Die Boote mit dem, was an Vorräten noch übrig war, nahmen ihren Weg langsam stromaufwärts. Die Wachtfeuer liess man brennen, um die amerikanischen Feldwachen zu täuschen.
BURGOYNE'S ÜBERGABE.
October 1777.
General Burgoynes Armee legte nur eine kurze Strecke in jener Nacht zurück und hielt dann bis zum folgenden Nachmittag. Am Abend des 9. besetzten die Briten das Dorf Saratoga. Während der Nacht durchwateten sie den Fishkill und lagerten auf der Höhe in dem Winkel zwischen diesem Fluss und dem Hudson. So hatte vom Abend des 7. bis zum Morgen des 10. Burgoyne, für welchen Zeitgewinn von allergrösster Wichtigkeit war, nur etwas mehr als 8 Meilen sich zurückgezogen.
[Kapitel XIV.]
Saratoga, vom 11. bis 16. Oktober 1777.
In dem Lager nördlich des Fishkill machte Burgoyne Halt und nahm seinen Marsch von hier aus nicht wieder auf. Oberstleutnant Southerland war vorgeschickt worden, um eine Brücke über den Hudson bei Fort Edward zu bauen, wurde aber sofort wieder zurückberufen. Bei Tagesanbruch am 11. machte eine amerikanische Brigade einen Vorstoss über den Fishkill, nahm sämtliche Boote und viele Vorräte, machte einige Gefangene und zog sich vor einem heftigen Kartätschfeuer zurück. Den ganzen Tag lang wurde die englische Armee in Front und Rücken mit Kanonen beschossen.
Am Abend beschied General Burgoyne die Generäle Riedesel und Phillips zu sich, um sich mit ihnen über das Wohl und Wehe der Armee zu beratschlagen. Burgoyne selbst hielt es für unmöglich, den Feind anzugreifen oder die eigene Stellung zu halten, wenn er im Zentrum und auf dem rechten Flügel angegriffen werden würde. General Riedesel machte deshalb den Vorschlag, in der Nacht unter Zurücklassung der Bagage abzuziehen, den Hudson 4 Meilen unterhalb Fort Edward zu durchwaten und durch die Wälder nach Fort George zu gelangen zu suchen. Es wurde aber keine Entscheidung getroffen.