Am 16. September lies der Wind etwas nach und am 17. klärte sich der Himmel auf. Die Beobachtungen, die man um Mittag anstellte, ergaben 37° 19' nördlicher Breite, so dass die Brig bis auf die Höhe der Kaps von Virginien nach Süden hin getrieben war. Von der Länge hatten sie keine Ahnung.

Die losgerissenen Segelstangen, Taue und das zerbrochene Geländer wurden nun weggeräumt und der Schiffsboden untersucht, aber kein Leck darin gefunden. Die Soldaten kamen an Deck und trockneten ihre Kleider, denn sie hatten keinen trockenen Faden an sich, selbst nicht in ihren Tornistern, alles war mit Salzwasser und Schlamm durchnässt. Die Matrosen befestigten an dem Stumpf des Hauptmastes einen Hilfsmast, und Tags darauf noch einen am Vordermast.

Am 19. wurde von den Mannschaften eine Betstunde abgehalten, um Gott für ihre Errettung aus Sturm und Not zu danken. Es wurde ein Lied gesungen und der 107. Psalm vorgelesen. Selbst die Matrosen, die kein Wort von dem, was die Deutschen redeten, verstanden, waren sehr andächtig und beteten für sich.

Der Triton nahm langsam seinen Weg in nördlicher Richtung und hatte leidliches Wetter. Einige Schiffe kamen in Sicht, keins aber kam ihnen zu Hilfe. Wiederhold ersann einen Plan, wie er mit seinem kaum lenkbaren Wrack einem Privateer, der ihn angreifen würde, Widerstand leisten könnte. Er nahm sich vor, seine Leute unter Deck verborgen zu halten, eine Bootladung Amerikaner an Bord des Triton zu locken und sie dann gefangen zu nehmen. Der Privateer würde dann aus Besorgnis, seine eigenen Leute zu treffen, nicht feuern und das Schiff auch nicht ersteigen können wegen der überlegenen Zahl an Hessen. Es war vielleicht ein Glück für Wiederhold und die Seinigen, dass die Umstände es verhinderten, diesen ingenieusen Plan zur Ausführung bringen zu suchen.

Am Morgen des 25. September kamen die Kaps des Delaware in Sicht. Da sie nun genau wussten, wo sie waren, so gingen sie wieder weiter in See, um den Privateers aus dem Wege zu gehen. Der Wind war gut und die Hessen hofften Sandy Hook in achtundvierzig Stunden zu erreichen. Der Morgen des 26. war sehr schön. Bei Tagesanbruch wurden zwei Schiffe in einiger Entfernung gesehen. Wiederhold sprang voller Freude in die Kajüte und berichtete dem Oberstlieutenant und den anderen Offizieren das Gesehene. Alle zogen sich an und eilten an Deck, in der Hoffnung, dass es Schiffe seien, die von New-York ausgeschickt wären, um vor dem Hafen zu kreuzen und den Schiffen Hilfe zu leisten, die bei dem letzten Sturme Schaden gelitten hätten. Die fremden Schiffe segelten auf den Triton los und stellten sich als einen Schooner und eine Schaluppe heraus. »Aber o! wie sahen wir uns in unserer Hoffnung betrogen,« ruft Wiederhold aus, »denn, nachdem sie so nahe kamen und sie ihre aus 13 Streifen bestehende Flagge wehen liessen, so war unsere Freude in Leid verwandelt.«

Der Schooner hatte 14 Geschütze und hiess »Mars«. Die Schaluppe, Comet genannt, hatte 10 Geschütze und wurde von Kapitän Decatur kommandiert. Um 8 Uhr morgens lagen beide mit den Breitseiten am Triton. Sie erteilten dem Kapitän des letzteren Befehl, ein Segel herabzulassen und das Steuerruder am Steuerbord anzubinden. Sodann schickte jeder Privateer 1 Offizier und 5 Mann an Bord; der Mars nahm den Triton ins Schlepptau und brachte ihn in die Barnegat Bucht, wo er vor Anker ging. Der Mars, welcher den Kapitän und mehrere Seeleute des Triton an Bord genommen hatte, geriet zwischen Klippen und kenterte. Nur zwei von der Bemannung ertranken; alle hatten schwimmen müssen, um sich zu retten. Dies ereignete sich auf zwei Kanonenschussweiten von dem Fleck, wo der Triton vor Anker lag. Der Kapitän des Mars hatte vorher befohlen, dass der hessische Oberstlieutenant auch an Bord kommen sollte, glücklicherweise aber war er durch sein Kranksein daran gehindert.

Am 29. September wurde der Triton nach dem Little Egg-Hafen gebracht. Hier wurden die Gefangenen ausgeschifft. Sie kamen durch Philadelphia und wurden schliesslich in Reading einquartiert. Die Offiziere wurden ausgewechselt und kehrten im Dezember 1780 nach New-York zurück.

Von den 6 Schiffen, in welchen die Regimenter von Knyphausen und Lossberg untergebracht waren, kehrte eins mit seiner Besatzung glücklich nach New-York zurück; über das Schicksal von einem habe ich nichts Bestimmtes ausfindig machen können; eins wurde mit Mann und Maus vom Meere verschlungen; zwei wurden durch den Sturm seeuntüchtig gemacht und nachher von amerikanischen Privateers genommen.

Das noch übrige (sechste) Schiff, der »Badger«, mit einer Abteilung des Regiments Lossberg, verlor seinen Vorder-und Hauptmast im Sturm. Es wurde dann von zwei kleinen Privateers angegriffen, die sie zwei Tage lang verfolgten und beschossen, dann aber wegen der entschlossenen Haltung der Hessen wieder abziehen mussten. Am 9. Oktober jedoch griff ein Privateer mit 12 Geschützen den Badger an, und letzterer, der keine Kanonen hatte, war gezwungen sich zu ergeben. Ein Lieutenant, drei Fähnriche und 20 Mann, sowie die gesamte Ausrüstung der übrigen Hessen wurden an Bord des Privateer gebracht. Letzterer scheint zunächst den Badger, auf dem ein hessischer Kapitän, der krank war, mit einem Arzt und den meisten Gemeinen verblieben, noch in seiner Gewalt behalten zu haben. Den Journalen nach steht fest, dass die Fregatte Solebay am folgenden Tag den Badger von dem Privateer befreite und glücklich nach New-York brachte.