„13 Kronen 10 Heller,“ registriert der Ausrufer, aber die Rufe „zehn“, „zehn“ überhasten einander, so daß er den Stand der Anbote nicht laut konstatieren kann. Und trotzdem die affischierte Lizitationsordnung vorschreibt, daß er jedes Anbot in beiden Landessprachen wiederholen soll, hat ihn wohl noch nie jemand ein deutsches Wort sprechen gehört.
„Zehn, zehn,“ tönt es von rechts nach links.
„Ich nehme ...“ ruft ein hier Einheimischer dazwischen. Die Worte „ich nehme“ sind ein von der Lizitationsleitung anerkanntes Synonym für das Wörtchen „zehn“.
Eine Frau hat es besonders auf dieses Paket abgesehen. Mit rasant wachsender Schnelligkeit kreischt sie die Rufe „deset“, „deset“ (zehn) dem Lizitationsleiter zu, niemand lizitiert mehr mit, und sie steigert sich fortwährend selbst. Nur die Endsilbe „..set“ ist hörbar.
„Wieviel set (Hunderte) wollen Sie denn bezahlen?“ ruft ein Witzbold dazwischen. Lachen. Da hält die Frau inne. Sie erwacht aus ihrem Paroxysmus und merkt, daß sie zu teuer gekauft hat oder wenigstens mehr bezahlen muß, als sie anfangs wollte. Bei ähnlichen Gefühlen ertappt man sich vielleicht im Kasino von Monte Carlo.
Der Ausrufer erklärt: „Achtzehn Kronen und zwanzig Heller zum ersten, zum zweiten und dritten Male“. Der Lizitationsleiter drückt auf die Glocke. Der Diener legt das Paket mit Havelock, Messern und Decke auf den Pult, vor die Frau, die es gekauft. Der Kassier füllt einen Zettel mit dem erzielten Betrag und das Pare des Lizitationsprotokolls aus. Der Schätzer reicht ihn der Frau. Diese bezahlt das Geld. Dann keift sie:
„Wo ist die Ware?“
„Hier liegt sie doch!“ antwortet der Schätzer. „Nehmen Sie Ihren Zwicker ab, dann werden Sie sehen.“
Die Frau hat natürlich keinen Zwicker, und die Leute lachen. Stimmung: Lustig. Sie flaut nicht einmal dann ab, als ein brauner Flanellstoff zur Versteigerung ausgerufen wird, der von schäbiger Farbe ist:
„Den trägt man in Pankratz,“ lacht einer vom Auditorium, „nicht wahr, Karl?“