„Wieviel haben Sie dafür gegeben?“

„41 Kronen 10,“ sagt der andere kleinlaut und forscht ängstlich in dem Gesichte des Fragestellers nach dessen Ansicht. „Es war ein Dutzend.“

„Für ein Dutzend? Das ist wirklich sehr billig, halb umsonst.“ Der mit dem Pelzkragen sagt das ganz ernst. Aber als sich der Břewnower Spekulant erleichtert nach den anderen Stücken des Ballens bückt, um die weiteren Schönheiten des eben erstandenen Lagers auszubreiten, zuckt über das Gesicht des behäbigen Fachmannes ein Lachen zu den Zuschauern hinüber. Die nehmen es verständnisvoll, mit Kichern auf. Der dicke Herr befühlt die Ware:

„Höchst moderne Fasson. Sehr feiner Stoff,“ frozzelt er im Tone höchster Anerkennung, und das Publikum lacht. Lacht immer stärker.

Links vom Eingang, dicht am Ofen steht eine Arbeitersfrau mit einem Säugling am Arm. Sie will in dem Lärm ihr Kind einwiegen. Zuhause kann es vor Frost nicht schlafen. Das Leihamt, das die ganze Habe der Frau verschlungen, muß ihr jetzt ein bißchen Wärme geben.

Die Verhaftung

Man schreibt mir, ich möge wieder eine journalistische Erinnerung zum besten geben. Also gut.

Die Geschichte, die davon handelt, wie es einst vier Polizisten gelang, mich durch ihr strategisches Talent zu verhaften, habe ich bislang aus zwei Gründen nicht erzählt:

1. Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, daß der Journalist nichts von den Geheimnissen seiner Technik ausplaudern soll. So soll, zum Exempel, kein Leser davon erfahren, daß die Nachrichten über Todesfälle besonderer Männer von der Zeitung meist mit großen Schwierigkeiten rechtzeitig in Erfahrung gebracht werden. Die meisten Portiers der Prager Palais, der Ämter und öffentlichen Institute sind von den Redaktionen nachdrücklich verständigt, eventuelle Todesfälle unverzüglich zu deren Kenntnis zu bringen, und wenn irgend eine besondere Persönlichkeit schwer krank ist, dann wird das Haus noch überdies bewacht, damit der Leser schon am nächsten Morgen die traurige Neuheit erfahre.