„Ja, ich komme aus der Arbeit und da bin ich noch etwas frische Luft schöpfen gegangen,“ entschuldigte ich mich weitschweifig.
„Was sind Sie denn?“ fragte man mich weiter.
„Ich bin bei der Firma Haase angestellt,“ antwortete ich wahrheitsgemäß, wenn auch nicht prägnant.
Der Fragesteller lachte siegreich auf: „Wie können Sie also jetzt aus der Arbeit kommen! Bei Haase wird doch nachts nicht gearbeitet!“
Schon wollte ich etwas entgegnen, als zwei Augen des Gesetzes, die mich bisher scharf angesehen hatten, noch näher an mich heranrückten. „Sie,“ so begann ihr Inhaber, „Sie, mir scheint, wir kennen einander schon.“ Und ohne meine Antwort, daß ich nicht die Ehre habe, abzuwarten, fuhr er fort: „Waren Sie noch nie im Sicherheitsdepartement?“
„O ja,“ sagte ich, „ich war schon oft im Vierer.“
Das Wort „Vierer“ hatte eine tiefe Wirkung, denn nur den Eingeweihten, hauptsächlich den Polizisten und den Verbrechern ist dieser Ausdruck für das Sicherheitsbureau (das vierte Departement der Polizei) geläufig. Der eine Polizist steckte eine Miene des Jubels auf, der zweite nickte langsam mit dem Kopfe und der dritte verlieh geistesgegenwärtig der allgemeinen Verblüffung beredten Ausdruck. Er führte aus:
„Ei, ei.“
Der vierte aber, der Besitzer jenes Augenpaares, das mich erkannt und entlarvt hatte, wollte nunmehr auch beweisen, daß meine Agnoszierung keine zufällige und seine Personalkenntnis des Sicherheitsbureaus wirklich eine tiefgründige sei:
„Da kennen Sie wohl den Herrn Olič?“