Ins alte Bette des Gehorsams wieder.“

Wallenstein kommt zu uns heraus, wischt sich (dem Publikum ist er nicht sichtbar) den Schweiß von der geschminkten Stirn, schneuzt sich gleichmütig und schenkt uns, dem Rebellenheere, keine Beachtung. Ist es dann ein Wunder, daß auch wir ihn mißachten und auf die freundliche Aufforderung des Herrn Inspizienten „Vivat Ferdinandus!“ schreien?! Das heißt: Alle schreien diese beiden Worte nicht. Vor mir z. B. steht ein Tscheche, der in den allgemeinen Lärm nur mit einer freien tschechischen Übersetzung des Wortes „Schmarren“ einstimmt.

„Um zwei Sechser werde ich doch nicht ganze Monologe aufsagen,“ bemerkt er zu seinem Nachbar.

Nach und nach stürmen alle Statistengruppen in den Saal, der sich — streng laut Regiebemerkung Schillers — unter Kriegsmusik allmählich mit Bewaffneten zu füllen hat. Schließlich stehen wir alle im Hintergrund der Szene. Einzelne von uns betrachten die Dekoration, andere mustern die Thekla, andere starren forschend in den Zuschauerraum, der in gähnender Dunkelheit vor uns daliegt und aus dem sich tausend unsichtbare Augen auf uns heften. Wieder andere von uns suchen ihren Blick abzuwenden, unerkannt zu bleiben. Jeder hat andere Wünsche. Max Piccolomini aber schreit uns an:

„Was wollt ihr? Kommt ihr, mich von hier hinweg

Zu reißen? — O treibt mich nicht zur Verzweiflung

Tut’s nicht! Ihr könntet es bereun.“

Wir würdigen den Mann gar keiner Antwort. Er aber glaubt, daß keine Antwort auch eine Antwort sei, und brüllt uns zu:

„Ihr habt gewählt zum eigenen Verderben,

Wer mit mir geht, der sei bereit zu sterben.“