Einige holen aus ihrer Tasche ein Stück des Brotes hervor, das ihnen zu Mittag verabreicht worden ist und beginnen zu kauen. Von Zeit zu Zeit steht ein Bursche auf und langt nach der Wasserkanne, die auf einer Konsole steht. Dann gießt er sich Wasser in einen Blechtopf, der mit einer Kette an die Wand befestigt ist. Mein Nachbar, der inzwischen erwacht ist, trinkt den Topf viermal leer. Dann wischt er sich den Mund ab und sagt: „Brr, wenn ich nur heute vier Kreuzer auftreiben könnte. So ein Gläschen Kornschnaps könnte nichts schaden.“
Der Bursch mit dem roten Scarf hat andere Gelüste. Er steckt sich eine halbe „Drama“ in den Mund und entfernt sich mit einem Schnalzen aus der Wärmestube: „Jetzt wird fein geraucht.“ Nach fünf Minuten ist er wieder da.
Um halb 6 Uhr vergattern sich die Leute, die in das Nachtasyl schlafen gehen und verlassen das Lokal. Für die Zurückbleibenden gibt es nur einen Gesprächsstoff: das Nachtquartier. Der Eine rühmt sich, daß ihm seine Geliebte heute Obdach gewähren werde, der Andere weiß sich eine feine Scheuer in der Nähe des Baumgartens, ein Dritter erzählt von einem angenehm warmen Ziegelofen in Koschiř.
„Du meinst die Ziegelei Kudela?“ wird er gefragt.
„Das weiß ich nicht. Ich schlafe schon seit vier Jahren im Winter dort, aber ich weiß gar nicht wie die Ziegelei heißt.“
Um sechs Uhr rasselt der kleine blonde Mann, der durch eine blaue Schürze, einen sauberen Anzug und ein Käppi als der Aufsichtsmann der Wärmestube kenntlich ist und der bislang ruhig an einer Ecke der Bank gesessen ist, ostentativ mit einem Schlüsselbund. Das ist die Mahnung zum Aufbruch. Alles steht auf, jeder geht noch zum Ofen, als ob er etwas Wärme als Wegzehrung mitnehmen wollte. Dann geht es hinaus. Hinter uns wird die Türe gesperrt. Der Schlafbursche der Ziegelei wendet sich auf dem Korridor an mich.
„Komm’ mit mir nach Koschiř schlafen.“
„Warum denn? Bist du dort allein?“
„Allein! Es sind gewöhnlich vierzig dort. Größtenteils Drahtbinder.“
„Also weshalb willst du, daß ich mitgehe?“