Im Hintergrunde leuchtete der silberweiße Stamm einer Birke und brachte eine geheimnisvolle Helle in die grüne Dunkelheit umher. In der Blumenschale vor dem Hause stand das Wasser trübe grün und moorig überwachsen, der alte Triton hatte ein zerbrochenes Muschelhorn am Munde und war vor Langweile eingeschlafen und mit ihm der plätschernde Wasserstrahl, der ihm einst zu froheren Zeiten aus der Muschel in die Sommerluft gesprungen war.
Sonst war alles still ringsum, wie im Ernst erstarrt. Keine Blume blühte, kein Unkraut wagte sich hervor.
Kaum, daß ein verlorener Schmetterling sein schwingendes Flügelspiel für eine kurze Minute über den Rasen trug.
Eine alte Magd hantierte manchmal im fernsten Winkel, wo hundert allerlei grüne Nützlichkeiten ihre Stätte hatten.
Und zuweilen sah man am Fenster einen Mann, der für Augenblicke in diese tiefe Stille hineinschaute mit Blicken, die aus weiten Fernen kamen und wie suchend über die Wirklichkeit umher hintasteten und da nichts Lockendes und Haltendes ihnen aus dieser starren Einsamkeit entgegenkam, gingen sie müde zur Ferne zurück, aus der sie kamen.
Und immer öfter blieben die Augen des Hauses verschlossen, daß es wie ein Blinder mitten in der ernsten Schweigsamkeit des Gartens stand.
So war es all die Jahre her gewesen.
Im Frühjahr schon war ein Huschen und Raunen, ein Bücken und Tragen und Graben und Pflanzen gewesen.
Und nun stand alles in maiensüßer Schöne erschlossen, was Hände und Wünsche, Freude und Erwarten in die Erde gelegt und in die Sonne gebreitet hatten.