Über dem Garten lag ein Schleier von Glück.
Im Rasen glühte es von heißen Farben. Weite Beete lagen wie kostbar gestickte Kissen im grüngoldenen Sammetteppich. Lange Reihen flatternder Frührosen standen wie helle Linien gegen die dunklen moosbewachsenen Mauern. Die Zweige der Bäume waren verschnitten, daß auch ihr Düster einen helleren Ton fand. Auf den Wegen glänzte feiner, weicher Kies in spritzenden Goldflimmern auf.
Im Weiher gurrte ein klares lachendes Wässerlein, und silberflossige Fische blinkten auf. Der schlafende Triton war erwacht und hielt ein neues Muschelhorn an seinen alten Mund und hatte wieder so viel Atem in seinem alten Herzen, daß er einen lustigen Wasserstrahl zur Höhe blies, der mit schelmischem Kichern zu den lustigen Silberfischlein hinunter sprang.
Das Haus stand plötzlich nicht mehr wie ein Blinder da, es hatte neue grüne Augen bekommen, zwischen denen ein weißes, zartes Spitzengeriesel hervorleuchtete, und das neue, helle Gewand, das es trug, zog Sonne und Licht zu sich heran, daß der ganze Garten ein Jubeln und Lachen und Freuen war.
Der alte Gärtner trug schwer an blühendem Gezweig und verschwand damit im Hause, ein seltsames Lächeln lag auf seinem Gesicht, er war um Jahre jünger geworden.
Die Magd hantierte im grünen Nutzwinkel, kam mit einer Handvoll Kräuter herbei, strich sich über die blendend weiße Schürze und blickte fröhlich in all den bunten, blühenden Blust hinein. –
Und auf der fernen Landstraße zog in frohlockender Sieghaftigkeit die blühende Jugend heran, die diesem Garten ein neues Gesicht gegeben und alle Möglichkeiten seiner Schönheit geweckt hatte. –
Der Wagen hält vor dem Tor.
Der ernste Mann steigt leicht und behende heraus. Das blühende Weib ihm zur Seite ergreift seinen Arm und eng zu einander gewendet, treten sie in den Garten.
– Dein Reich – sagt der Mann.