– Der junge Garten, wie er lacht und leuchtet – ruft die junge Frau.
– Für dich ist er jung geworden, – alles hier ist jung geworden für dich. –
Und die junge Frau schaut mit Augen, die warm strahlen von jenem seligen Glück, das aus den tiefsten Brunnen des Lebens strömt – schaut mit diesen seligen Augen zum Garten hin und nimmt ihn in Besitz, und sie wird ihn sehr lieben.
Und er wird fortan jung bleiben, wie die beiden es sind.
Jung aus der Jugend, die aus der Liebe blüht.
Der vornehme Garten
Eine breite Freitreppe führt vom Hause zum Garten. Wie der goldene Kies der Fußwege glänzt und schimmert im Sonnenlicht.
Die Blumenbeete sind Ströme von Farben. Aber sie stehen so mathematisch abgezirkelt im Raume, daß man mehr ihn fühlt als sie. Die Linie herrscht über die Schönheit und vergewaltigt sie, so daß sie scheu und gedrückt gleichsam in sich selbst zurückkehrt.
Die Rosen stehen kerzengerade an den Wegen entlang, als müßten sie vor irgend jemand im Hintergrunde salutieren. Man vergißt ganz, daß sie göttliche Farben haben und einen übersinnlich kostbaren Duft. Aber Duft und Farbe verlieren sich an die Leere umher, es ist als ob sie in die Irre gingen, da ihre Wellen an keine nehmende Seele dringen.
Ein Springbrunnen wirft blitzenden Schaum in das Licht hinauf, und das steinerne Becken im leuchtenden Grase ist ein wundervolles Oktav, in dem spielende Putten pausbackig das rinnende Wasser dem vierköpfigen Delphin in den weit offenen Rachen zurücksprudeln.