Wenn die Sonne nicht mehr so hoch am Himmel steht, gehen wir zu dem großen Beet dort in der Ecke.

Und du holst dir ein Körbchen voll von den schönen roten Beeren, die so köstlich duften und so herrlich schmecken. Weißt du noch, erst waren es schöne, weiße Blüten, die wie Kronen am Stengel standen, und die heiße Sonne küßte sie, da wurden aus den weißen Blüten die roten, süßen Beeren; wo die goldene Sonne küßt, wird alles süß und reif.

Leg dich in die liebe warme Sonne, laß dich küssen von ihr, mein Liebling, so wird dein weißes Gesichtlein bald rote Rosen haben.

Aber sieh dort: Nun sagt uns die Sonne Lebewohl.

Schau, wie golden der Himmel wird. Hinter den Bäumen fließen Ströme von rotem Gold, die Wolken stehen wie glühende Berge am Himmel, wie ferne Schlösser sehen sie aus, wie Feenschlösser, die aus Feuer und Purpur gebaut sind.

Und nun läuten die Abendglocken.

Leb wohl – leb wohl, singen sie.

Träum süß – träum süß. –

Und du wirst fest schlafen und gute Träume haben, mein Kind.

Die reine Luft und die warme Sonne, die duftenden Rosen und die grünen Bäume haben dir alle von ihrem Leben gegeben, das trägst du nun heim in deinem Herzen und du wirst schlafen und träumen und so froh wirst du aufwachen morgen. –