Und morgen ja – ja – da kommen wir wieder her zu unserem Garten, der so reich ist an heiligen Gottesgaben, die sie all meinem Kinde in den Schoß schütten. –
So geht die Mutter mit dem kranken Kinde in den Träumen ihres Herzens durch den Garten, den sie mit ihrer Seele sucht.
Und am Tage sucht sie weiter. Schaut in alle Ecken und Winkel und späht und forscht zwischen Höhen und Stegen und lugt in alle ruhenden Gärten und fragt sie alle – bist du es, den ich suche – bist du schön genug für mein krankes Kind? –
Und so trägt sie den unsichtbaren Garten in ihrem Herzen, den nur das Auge des Dichters sieht.
Und sie wird noch lange suchen, denn so schön, als sie ihn braucht für ihr krankes Kind – ist er nicht leicht zu finden.
Aber sie wird ihn finden, weil sie ihn mit dem Willen der Liebe sucht.
Der Garten der Beiden
Jung und frühlinghaft, zu viel köstlichem Werden bereit, liegt er traumhaft still hingebreitet in der sonnenschweren Himmelsbläue der schaffenden Sommerlust.
Die hochstehenden Rosenbäume, die den Weg säumen, haben ihre ersten Blüten, die zarten, jungen Obstbäume halten in stolzer Verschämtheit ihre ersten Früchte dem heißen Sonnenlichte entgegen. Junges lichtes Gras leuchtet grüngolden über den Boden hin, und die süße Buntheit blühender Blumen bricht ringsum aus dem fruchtbaren wohlgepflegten Boden hervor.
Überall fühlst du die sorgende, schützende Hand der Liebe, die aus der Fruchtbarkeit der Erde all die seligen Farben und Düfte zaubert und ihre stumme Dunkelheit in Licht und Schönheit wandelt.