Ströme des Lebens rauschen darin.
Stimmen der Ewigkeit durchklingen ihn.
Die Tiefen der Weisheit raunen ihre Runen.
Aus den goldenen Brunnen der Freude rinnen selige Töne in die spielenden Lüfte.
Aus dem Dunkel der schweren Schatten starren die Augen des Schmerzes und suchen die Blicke des Dichters und harren, daß er ihn aufnehme in seine wissende Seele und seine dunkle Schwere hell und leicht mache durch den Sang der Weisheit, der in seinem Herzen blüht.
So nimmt der Dichter aus der Tiefe der Schönheit die Wurzeln seiner Kraft, die alle Bitterkeit der Tage und alles Weh der Nächte zu göttlichen Melodien bindet und aus der quälenden Unrast und schmerzhaften Sehnsucht aller Kreatur den Weg zur Lust der letzten Stille findet, in der sich die tausendfach gebrochenen Strahlen des Lebens zu dem weißen Lichte ewiger Harmonien sammeln. Dies alles aber, dies Werden und Wandeln, diese Abgründe und Seligkeiten, all der Rausch und Traum, von dem der Garten des Dichters übervoll ist wie ein Becher glühenden Weines –
All das sieht nur sein Auge.
Erkennt nur sein Herz.
Antwortet nur seiner Seele.
Darum kann wohl ein anderer der Sterblichen, der neben ihm wandeln würde, verwundert um sich schauen und voll Staunen fragen, wo ist all das, das sein Auge so strahlen, seine Stimme so voll Rausch und Seligkeiten macht? –