– Nun bin ich dein – antwortet die ihre.

Eng aneinander geschmiegt und ineinander verschlungen, wandeln sie in ihres Gartens Rund.

Wie fällt alles ab an Schein und bunter Lüge, die das harte Draußen jedem auferlegt. Nackt und lauter werden die Seelen in der Stille ihres Gartens, täglich neu geboren an den heiligen Quellen seiner reinen Schöne, erkennen sie sich selbst und den anderen mit tiefen Schauern der Freude und wachsen an dieser erkennenden Freude zu den fernen Höhen der Erlösung von Zwang und Schein.

Und die Bäume rauschen leise im Abendwinde.

Alles Blühen duftet heiß im letzten Atemholen des Tages. Die tausend Farben blühen noch einmal auf, und seltsam deutlich und feierlich hebt sich jede Linie umher im silbernen Leuchten des verlöschenden Abends.

Schweigen ist zwischen den beiden.

Und doch so viel lautes Sagen.

Baum und Strauch und alles Blühen und Duften umher spricht mit ihnen, spricht für sie. Jeder Weg kennt die Freude ihrer Schritte, die eng, Spur in Spur fast, zwischen ihnen klingen. Jede Schönheit hier ist der Segen ihrer liebenden Hände. Und die ganze Luft ist voll des Rausches ihrer starken Liebe, voll der Lieder ihrer überströmenden Dankbarkeit.

So schauen sie in den Abend, der still zum Meere der Vergangenheit sich senkt. Ein Tag ihres Seins geht mit ihm dahin – aber er war unser, fühlen sie und lassen ihn stille ziehen. Ist doch jeder Augenblick in diesem heiligen Kreise ihres Gartens ihnen eine so tiefe, starke Wirklichkeit und feiervolle Gegenwart, daß sie sich zwischen den schwebenden Ufern der Vergänglichkeit und des Währenden schmerzlos getragen fühlen von ihrem sicheren Willen zum Leben und Werden.

Und leise schlummert dort im schimmernden Lichte des verhängten Fensters die erwachende Stimme der Zukunft, die ihrem Wege eine Weisung ist und ihrem Tage den rauschenden Flügelschlag des Mutes gibt.