Der Garten der Tränen
Diesen Garten findest du auf allen Menschenwegen.
Er gehört jedem von uns.
Er wartet unser aller.
Die trauernde Weide ist sein Symbol und Abschied das schwere Zeichen, unter dem er blüht.
Und doch ist Frühling darin. Lachender, singender Frühling mit allem Rausch und blühender Schönheit.
Alle Düfte und Farben, alles Sonnenleuchten und jede Schattenlockung ist hier vor dein Auge gebreitet, ganz wie in den andern Gärten der Freude dieser Menschenerde.
Aber über allem Leben hier steht die seltsame Dämmerung eines fernen Lichtes, das nicht von dieser Erde ist.
Ein schmerzliches Rufen, das unhörbar dem Ohre, in leisen Wellen an deine Seele rührt, wird lauter und dringlicher, je tiefer du darauf lauschest, bis es zuletzt über alle Laute der blühenden Erde ringsum nur noch allein zu deinem Wesen spricht.
Wie das Rufen von einer Ferne her, die du nicht kennst, kommt es zu dir. Wie das Brausen eines fernen Meeres, dessen Ufer du noch nicht erkannt.