In neue Fernen führte nun sein Weg.

Er selbst mußte suchen und finden, das Leben hatte alle selige Bereitschaft für ihn verloren.

Zu Kampf und Sieg zog er aus. Mit schweren Füßen und müden Händen mußte er sich jeden neuen Tag zu seinen Diensten zwingen. Und seine unruhigen Nächte waren von Traum und Tränen erfüllt. Aber im tiefsten Grunde seines Wesens trug er immerfort die Erinnerung an die singende Seligkeit jener Gefilde des Friedens, die ihm nun für immer verloren waren. Und neben dem Schweiß seiner Tage und der Unruhe seiner Nächte, neben Kampf und Siegen, Höhen und Tiefen seines bitteren Daseins sang leise die tiefe, zehrende Sehnsucht in ihm nach jenem Garten des Friedens.

Und Gott sah, wie elend und arm der Mensch geworden, da ihm die Schönheit des Friedens genommen war.

Und er erbarmte sich seiner und ließ den Traum seiner Erinnerung in ihm so stark werden und die Sehnsucht nach dem Verlorenen so schmerzhaft, daß er eines Tages anfing, sich ein Bild zu machen, das jenem Glücke ein wenig ähnlich war.

Aus der tiefen Sehnsucht seines arm gewordenen Herzens wurde dem Menschen der Garten geboren.

Und als er erst einmal diesen Traum ergriffen und in die Öde seiner Wirklichkeit gezwungen hatte, kam ihm eine so selige Beglückung aus dem Bilde, das aus Erinnerung und Sehnsucht gewoben war, und das seiner müde gewordenen Seele neue Flügel gab, daß er sich wieder in das Land der Freude schwingen konnte und Lied und Lust wieder zu seinem Herzen kamen.

In seinem Garten findet der Mensch zum Paradiese zurück. Er vergißt für Augenblicke, daß das Schwert des Schmerzes zwischen ihm und dem verlorenen Glücke steht, das ihm in jenem seligen Gefilde einst in strömender Fülle blühte.

Ja, jeder Garten ist eine sanfte und süße Erinnerung an das Paradies, das den Anfang der Menschheit sah.

Deshalb wird es dem Menschen so warm und froh im Herzen, wenn er in seinem Garten wandelt und ruht.