Vor seiner Tür läßt er alle Angst und Qual des harten Tages, und Glaube und Hoffnung kehren ihm hier wieder.
Und selig frei von Ketten und Lasten, mit denen das Leben den Alltag seiner Seele bindet und verdirbt, erkennt er sich selbst im Spiegel des Friedens, den er tief verborgen in seinem Garten findet. Eine Lüge nach der andern fällt ihm hier von seinem Wesen ab, und er wird frei zu allem Besten in ihm.
Sein Garten gibt ihm die Stille der Wahrheit und die Tiefe der Ruhe, an die alte Erkenntnis gebunden, aus der alle Reife blüht.
Alles Letzte und Tiefste in ihm erwacht ihm hier, und je länger und dringender er seinen Garten liebt, je mehr kommt jenes Neue und Ferne zu ihm heran, das er mit banger Sehnsucht so lange suchte und das die Vollendung alles dessen ist, was aus Ewigkeiten her seines Wesens Wege und Ziele sind.
Berauschender Geheimnisse voll ist sein Garten dem, der ihn mit seiner besten Liebe liebt. Hier wird ihm das Leben erst zu Leben. Und trunken von Traum und Erkenntnis wandelt er neu im Paradiese und findet allgemach die fast verloschenen Wege zu den rauschenden Quellen des Glückes zurück, von denen ihm Traum und Sehnsucht so schmerzvoll erfüllt blieben. –
Deine ruhende Welt ist dir dein Garten.
Und der Ring der Liebe zu denen, die du als die deinen erkannte, schließt sich dir hier zu einem heiligen Kreise.
Was du hier in tiefer Liebe umfassen kannst, ist wahrlich dein. In deinem Garten weicht aller Lüge und Schein und was bleibt, ist du und deine Wahrheit.
Und immer schmerzhafter wird die Sehnsucht der Menschen nach ihrem Garten werden, je mehr ihr äußeres Leben in Schein und Leere sich verliert.
Eine Türe zu wissen, die zwischen dir und dem Zwange zur Entfremdung von dir selbst steht. Eine Stille, die dich von all den falschen Tönen trennt, welche die heilige Melodie des Seins zerreißen. Eine Fülle reiner Seligkeiten, welche die traurige Armut da draußen vergessen lassen –