Der arme Garten

Der arme Garten.

Doch nein, ein Garten ist immer reich.

Schaut nur hinein in sein Blühen in allen Winkeln und die goldene Sonne auf allen Büschen und Bäumen.

Nein, der Garten ist nicht arm, aber der, dem er gehört, ist es.

Doch nein. Wer je einen Garten zu eigen hat, ist nicht arm, denn er hat viel und überviel an jedem lichten Schein, an Blühen und Duften, am Spiel der Schatten und Flattern der Vögel.

So kann ich ihn nicht arm nennen.

Und doch ist es kein Garten des Reichen.

So will ich doch lieber der arme Garten sagen, denn er ist immer noch reich genug, um es mir zu verzeihen. –

In diesem, kleinen grünen Raum ist's gar lauschig und froh. Alles steht bunt und dicht beieinander, es ist gar wenig Platz, und nichts kann sich so recht breit machen. Nur der Apfelbaum steht mitten im Raum wie ein König und breitet seine Äste weit über das blühende Wiesenstücklein, auf dem das allerlei Blühende ihm zu Füßen liegt wie die Untertanen dem Könige, und sie senden ihren Duft und ihre Schönheit zu ihm auf und winden und wenden sich im spielenden Sommerwinde, daß er seine Freude an ihrem Wiegen und Wehen hat.