An der Sehnsucht zu einem Garten, der irgendwo schon dir blüht und duftet und dir dein heimlich Königreich werden will.
Diese selig traurige und dennoch beglückende Sehnsucht will ich in deine Seele pflanzen mit meinen Liedern, die in meinem Garten blühten.
| Tu ich die Türe auf zu meinem Garten, |
| Verschwindet hinter mir die Welt. |
| Ich trete bei mir selber ein und finde |
| Mich selbst und alles, was mein Ich zusammenhält, |
| All feine Fäden, die wie Brücken binden, |
| Was draußen täglich neu zerrissen wird. |
| Und tiefe Quellen heilger Träume rauschen |
| Hier selig auf, wo sie kein Wort beirrt – |
| Wo nur die Stille zwischen Erd und Wolken |
| In leisen Farben warm die Zeit durchtönt, |
| Die fruchtbar reiche Stille, die mein Wesen |
| Mit seiner eigenen Tiefe immer neu versöhnt. |
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| So bleib verschlossen, kleiner, schwacher Riegel – |
| Mit einem Finger schiebe ich dich auf – |
| Laß mich in meinem Paradiese weilen, |
| Indeß das Draußen gehet seinen wirren Lauf. |
| Schatten im Grase, spielendes Laub, |
| Huschender Flug im Gezweige, |
| Tanzendes Gold auf den Wegen, |
| Überall Reife und Segen. |
| Wärme brütet auf Baum und Haus, |
| Schleierzart ziehet die Wolke, |
| Leben streckt segnende Hände |
| Über Mensch, Tier und Gelände. |
| Mein Garten singt und blüht |
| Das ewig junge Lied, |
| Das Lied, das alle Welten kennt |
| Und aller Herzen Namen nennt. |
| Das Lied, das über die Meere geht, |
| In allen Winden der Erde weht. |
| Das Lied, das wie die Sonne glüht |
| Und süß wie purpurne Rosen blüht. |
| Das Lied, das im Paradiese geboren, |
| Sich seltsam zu unserer Seele verloren, |
| Das alt ist wie die Ewigkeit |
| Und ewig jung wie Freud und Leid. |