| Des Dichters Seele braucht Traum und Spiel, |
| Braucht Singen und Leuchten und Glut. |
| Braucht warmes, tiefes Erdgefühl, |
| Braucht Flammen im Herz und im Blut. |
| Dies alles bietest du lachend mir, |
| Mein Garten, du königlich Reich – |
| Ich bin und finde mich in dir, |
| Und fühl mich dem Göttlichen gleich. |
Selig Gefild, aus dir
| Genesung meiner Seele gabst du mir, |
| Und holtest mich aus weiten Fernen |
| Zur göttlichen Natur zurück. |
| Gibst mir das sanfte, stille Glück, |
| Das mir aus tiefen, erdenfernen |
| Quellen zuströmt – selig Gefild, aus dir. |
Im Garten
| Hört ich die Tür gehen – |
| Kommt jemand herein, |
| Vergaß ich zu schließen, |
| Bin nicht mehr allein? |
| Will das Draußen mich stören im Paradies, |
| Das Draußen, das ich so gern doch verließ? |
| Hier dringe nur ein, |
| Den meine Seele lud, |
| Der zu mir findet |
| Mit Geist und Blut. |
Mittagsstille
| Ein leises Wehen nur, das in den Bäumen spielt, |
| Und über lachenden Blumen ein Schmetterling. |
| Eines Vogels verlorener Ruf aus dem Gezweig – |
| Sonst reife Sonnenstille über allem Ding. |
| So wie in Glückesfülle das Herz fromm stille steht, |
| Geht Mittagsstille über all Leben wie ein Gebet. |
Ich wandle durch deine Welt
| In strömendes Sonnengold getaucht, |
| Von spielenden Schatten umflossen, |
| Von tausend leisen Stimmen durchtönt, |
| Und heiliger Stille umschlossen – |
| Du süßes Geheimnis, mir täglich neu, |
| Unverlierbar sind deine Schätze mir treu. |
| Ich wandle durch deine gebende Welt |
| Wie durch Traum der seligen Gefilde, |
| Und fühle mich mitten hineingestellt |
| In des Lebens geheimstes Gebilde. |