In meinem Garten eine Harfe steht,
Von Silber gebaut mit Saiten von Gold.
Und wenn der Wind sacht d'rüber geht,
Gibts einen Laut gar wunderhold.
Mit seidnen Händen spielt er ganz leise
Eine tiefe, süße, selige Weise,
Die Vogelstimmen singen im Kreise,
Und Licht und Farben sind Melodien.
Mein Herzblut rauscht
Meine Seele lauscht –
Die Sehnsucht spinnt ihre Harmonien.

Kehr ich zu Dir zurück

Kehr ich wieder aus andern Freuden
Zu dir mein blühender Garten zurück –
Fühl immer neu ich mich umschlossen
Von einem süßen, heimlichen Glück.
Fern, fern – ganz ferne, ein Eiland im Meere –
Trennst du mich selig von Alltag und Schwere,
Nimmst mich zu deiner Unendlichkeit
Tieftrunkener Vergessenheit.

Mein Lied bist du

Mein unerschöpflich Lied bist du –
In tausendfach tönenden Seligkeiten
Spielst du auf den immer schwingenden Saiten
Mir deine Melodien zu.
Zu lauter Klang löst du das Sein,
Es singt das Licht, und es klingen die Farben,
Das Leben sprüht auf in tönenden Garben,
Und sein Geheimstes – es wird mein.

Jahreszeiten

Wie ein Lied mit vier Zeilen
Mit Auf und mit Ab,
Mit lässigem Weilen
Und fliegendem Trab,
So ab und so auf
In stetigem Lauf,
Ohne Ruh und Rast
Doch ohn' jede Hast,
Singt mir meine Erde
Das Lied Jahr um Jahr
Von dem, was ist und ewig war.

Bis zum Rande hoch mit blühendem Rausche

Wie im tiefsten Schoß des Alls geborgen
Nimmst du mich in deinen heilgen Kreis.
Läßt mich schauen in die letzten Dinge,
Wovon nur ein Ahnen in mir weiß.
Öffnest mir des Lebens goldene Pforten,
Daß ich mitten in sein Herz ihm lausche,
Füllest meines tiefsten Wesens Räume
Bis zum Rande hoch mit blühendem Rausche.

In meinem Garten rauscht ein tiefer Brunnen