| Junger Tag am frühen Morgen, |
| Lindes Licht und tiefe Stille – |
| Und des Lebens starker Wille |
| Hebt ganz leise sein Schwingen. |
| Tief in Andacht lauscht die Erde |
| Und erwachend stehn all Dinge, |
| Wie von einem goldnen Ringe |
| Heißer Sehnsucht eng umschlungen. |
| Erstes Licht und erstes Blühen, |
| Sanften Windes leises Weh'n – |
| Wie die jungen Farben glühen, |
| Die mit mir am Wege gehn. |
| Zartes Blau hoch in den Lüften, |
| Goldengrün der Erde Schoß, |
| Und von Liedern und von Düften |
| Wird die Welt so weit und groß. |
| Es schläft der Gott, der mit dem Finger |
| Seiner Hand die Erde am Leben hält. |
| Und alles liegt wie festgebunden und atmet kaum. |
| Das Licht stößt wie ein Schwert scharf aus der Scheide, |
| Und Schatten stehen erstarrt im heißen Raum, |
| In dem sich nichts bewegt als nur das Leuchten, |
| Das von den satten Farben zur Erde fällt. |