Mein Garten ist mein Königreich,
Drin blühen mir tausend Kronen,
Hier sind mir alle Götter nah,
Die in der Einsamkeit wohnen.
Hier sprechen die fernsten Dinge zu mir,
Ich fühle ein tiefstes Erleben.
Hier wird zum eignen Geheimnis in mir
Mir der goldene Schlüssel gegeben.

Lied um Lied wie Perlen aus dem Meere

Werd ich endlich denn ein Ende finden
Mit dem Singen, das aus dir mir blüht,
Das wie deine Rosen deiner Erde
Purpurn mir in meiner Seele glüht.
Lied um Lied wie Perlen aus dem Meere
Steigen sie zu meines Brunnens Rand,
Der an deiner Seligkeiten Quellen
Seine eigne sel'ge Tiefe fand.

In deinen Lauben

Laß mich wandeln unter deinen Lauben,
Die in grünen Dämmerungen stehn
Und zu sonnengoldnen Wegen führen,
Die hinaus in blaue Fernen sehn.
Deine goldengrünen Laubengänge
Locken meine Schritte immer wieder her –
Unter ihrem schweren Zweiggehänge
Fühl ich weltverloren keine Zeiten mehr.
Ahne andrer Zonen neue Sicherheiten,
Fühl das Weltenrauschen dunkler Ewigkeiten.

Ein Lied nach dem andern

Ein Lied nach dem andern entströmt meinem Sinn
Wenn dein ich nur denke, mein Garten –
Und wo ich auch lebe, und wo ich auch bin,
Ist in mir ein seltsames Warten.
Ein Warten auf die ruhende Zeit
In deiner erdwarmen Einsamkeit.

Zu allen Zeiten lieb ich dein wechselnd Angesicht

Zu allen Zeiten lieb ich dein wechselnd Angesicht,
Das unter Tränen lächelt wie die Menschenseele
Und unter Finsternissen so jäh zusammenbricht.
Das von der Sonne Flammen in wilder Glut umliebt,
In allen seinen Tiefen eigne Gluten zündet
Und unerschöpflich schaffend all seine Fülle gibt.
Im leisen Frühlingswehen, in Licht und Dunkelheit,
Im Ernst der stummen Tage und farbenloser Zeit,
Im Traum der kalten Leere, die deinen Schlaf umflicht –
Zu allen Zeiten lieb ich dein wechselnd Angesicht.

Endlos aus einem tiefen Bronnen