Endlos aus einem tiefen Bronnen
Rinnt mir ein selig Lied.
Flattert lachend und unbesonnen
Hin über Weg und Steg.
Rauscht durch die Lüfte wie Vogelsang,
Glüht wie tausend schwingende Sonnen,
Verweht mit der Wolke, die leise und lind
Dort über die Berge zieht.

Herbst

Nun bist du müde und schläfst linde ein
Und gibst vorher noch deiner Träume Früchte
Mir in den Schoß. Und lösest leise dann
Von meinem Leben dein schlummernd Sein.
Das Lied der Schönheit hast du ausgesungen,
Versprüht hast du der Farben reich Gebind,
Von tiefer Lust der Ruhe sanft bezwungen,
Geht still dein Atmen fort mit Herbst und Wind.

Winter

Und keine Brücke führt von deinem Leben
Zu meinem mehr.
Stumm in die weiße Leere gebettet,
Träumest du schwer.
Vergessen sind die selgen Feste,
Die hier mit heißem Atem einst geblüht,
Die dich und mich mit heilgen Schauern
Bis in das tiefste Sein durchglüht.

Deine Ruhe

Nicht stören will ich sie. Nur leise
Schau ich dir in dein schlafend Angesicht,
Indes du einer neuen Weise
Lauschest, die dir die tiefe Erde spricht,
Dem Lied der Stille, das zu neuem Werden
Die Kräfte sammelt und zu neuem Traum –
Und selig lauschest du und tief Vergessen
Liegt zwischen dir und mir im kalten Raum.

Abschied

So schließ ich denn mit armen Händen
Das selge Reich, das wir so froh geteilt.
Mit müden Schritten und mit leeren Augen
Bin über seine Schwelle ich geeilt.
Du bist gestorben mir für heut und morgen,
Und all mein Fragen kehrt mir leer von dir.
Doch all der glühende Rausch der Seligkeiten,
Den du mir gabst – er geht mit mir.

Noch einmal wend' ich mich