| Nun bist du müde und schläfst linde ein |
| Und gibst vorher noch deiner Träume Früchte |
| Mir in den Schoß. Und lösest leise dann |
| Von meinem Leben dein schlummernd Sein. |
| Das Lied der Schönheit hast du ausgesungen, |
| Versprüht hast du der Farben reich Gebind, |
| Von tiefer Lust der Ruhe sanft bezwungen, |
| Geht still dein Atmen fort mit Herbst und Wind. |
| Nicht stören will ich sie. Nur leise |
| Schau ich dir in dein schlafend Angesicht, |
| Indes du einer neuen Weise |
| Lauschest, die dir die tiefe Erde spricht, |
| Dem Lied der Stille, das zu neuem Werden |
| Die Kräfte sammelt und zu neuem Traum – |
| Und selig lauschest du und tief Vergessen |
| Liegt zwischen dir und mir im kalten Raum. |
| So schließ ich denn mit armen Händen |
| Das selge Reich, das wir so froh geteilt. |
| Mit müden Schritten und mit leeren Augen |
| Bin über seine Schwelle ich geeilt. |
| Du bist gestorben mir für heut und morgen, |
| Und all mein Fragen kehrt mir leer von dir. |
| Doch all der glühende Rausch der Seligkeiten, |
| Den du mir gabst – er geht mit mir. |