»Kommt mit mir und bleibt bei uns eine Weile. Seid ohne Sorge, Czinka wird Euch schützen!«

Sie rief ihren Gefährten einige ungarische Worte zu, und führte dann ruhig ihren neuen Bewunderer mitten in den Kreis.

Es war auch kaum eine Stunde vergangen, da saß der Graf wie ein echter Czigàny unter ihnen, plauderte mit den Männern, die sich mit deutscher Zunge einigermaßen verständlich zu machen wußten, scherzte mit den Frauen, sah dabei die schöne Czinka an, die ihm gegenüber saß neben dem finsterblickenden Knaben, und sprach dem großen Becher mit jenem süßen Tranke, den die Weiber trefflich zu bereiten verstanden, tapfer zu. Erst als die Nacht hereinbrach, dachte er wieder an seinen Wagen und an den armen wartenden Kutscher. Zögernd brach er auf und bat um einen Führer, um ihn an den Wagen und dann auf den Weg nach Zircz zu bringen, welcher Ort kaum eine halbe Stunde entfernt sein konnte.

»Anthony mag mitgehen!« sagte da Czinka gebietend und wandte sich zu jenem dunkellockigen Burschen mit der Geige, der noch nicht von ihrer Seite gewichen. Er stand auf, nickte gleichgültig, hing seine Geige an den nächsten Baum, und warf seinen Mantel um die Schultern.

»Wie lange bleibt und lagert Ihr hier an dieser Stelle?« fragte ihn der Graf.

»So lange es uns gefällt,« lautete die kurze Antwort des Burschen.

»Ich möchte Euch noch oft besuchen,« sagte der Graf zur schönen Czinka gewendet, »wenn Ihr es erlauben wolltet.«

Sie neigte freundlich gewährend mit stolzer Grazie den zierlichen Kopf. Dann nahm Alfred Saldern Abschied von den Vornehmsten der Bande und folgte seinem Führer, der eine Fackel angezündet hatte.

Das war ein seltsamer Spaziergang! Mit der Behendigkeit einer Schlange schlüpfte der Knabe voraus durch die Gebüsche, und sprang über Wurzeln und Baumstämme, über Gräben und Bäche, ohne sich zu kümmern ob der Fremde folgte.

Der elegante Cavalier hatte die größte Mühe nachzukommen und blieb überall hängen. Aber das ganze Abenteuer und die seltsame Waldfahrt hatten ihn in eine ungewöhnlich glänzende Laune versetzt und so ließ er sich denn Alles ohne ein Wort des Aergers gefallen.