Maria sah es genau durch den Spiegel. Da — schrecklich — ganz unmerklich zuckte Mama zusammen. Sie konnte es nicht beschreiben. Es war, als ob ihre Seele innen einen Ruck bekommen hätte. Dabei spreizten sich ihre Augen auseinander, als sähe sie in einer Vision den Tod vor sich. Die arme Mama! Es dauerte alles nur eine Tausendstelsekunde. Papa hatte das Mädchen in die Wangen gekniffen.

Nun fühlte sie Mamas gefolterten Blick: Hat meine Tochter gesehen?

Da blickte sie in schamhaftem Mitleid auf die Tischdecke: ich denke schon die ganze Zeit, wie diese Gobelins heutzutage eigentlich ganz schön imitiert werden können.

„Ja, nicht wahr,“ sagte die Mama. „Siehst du, alles ist möglich, wenn man nur ernstlich will.

Dann stand sie auf, laut rufend: „Guten Abend, Papa.“ Und ging dem Gatten entgegen.

Darauf saßen alle drei unter der Lampe. Papa, sie und Mama, mit den wunden, traurigen Augen und dem gütig-verzeihenden Lächeln — die Gute — Edle — —

Bei den Volkssängern.

Taratahi taho! Tschin! tschin!