Die Augen Genys sind feucht. Du schöne Märchenprinzessin, warum machst Du dich häßlich?

Genys Eltern stehen auf. Die Nummer ist aus. Sie gehen fort. Die Eltern voran. Sie zappelt hinterdrein.

Im Korridore steht die Märchenprinzessin mit ein paar Herren plaudernd. Geny guckt sie verwundert an. Die Märchenprinzessin macht plötzlich ein böses, herausforderndes Gesicht, als wollte sie sagen: was willst du kleine Alberne von mir?

Warum hat sie die häßliche Schminke? Darunter ist sie gewiß schön.

Und weshalb macht sie so gemeine Blicke? Darunter — darunter — ist die Seele darunter schön?

Auf einmal wird ihr so weich und wehleidig zu Mute, sie weiß nicht warum. Ihr thut so leid um die Märchenprinzessin. Es ist alles nur die häßliche Schminke, darunter —

Im Nu geht sie, ganz impulsiv, auf die Märchenprinzessin zu, umarmt sie und flüstert: „Schwester!“

Diese hat sie zuerst wild und abweisend angesehen, mit einem Blick voll Rohheit, aber dann brechen zwei dicke Thränen aus ihren Augen, auf ihrem Wege das Weiß-schwarz-rot der Schminke wegschwemmend.

Die Seele jener fühlt: ich danke dir, du bist der erste Mensch, der nichts von mir verlangte und mir dennoch Gutes that.

Sie sehen einander gütig und heilig an. Ihr Weg liegt weit auseinander. Die eine wird einst eine brave, kleine Frau, die andere muß verkommen.