Draußen vor der Thür war einer, die Brust voller Orden. Der hatte ihr die Hofsprache gelehrt. Er sagte ihr: „Mein Kind, du mußt dir unsere feine Rede angewöhnen. Willst du sagen, hier ist’s schmutzig, so rufst du, ei, welche schöne Reinlichkeit! Und gefällt dir was nicht, so mußt du sagen, ich bin mit allem einverstanden. Dann versteht man dich schon.“

Sie wollte auch die Worte des goldgestickten Kleides mit den Orden beherzigen. Denn sie hielt auf feine Manieren.

Aber als sie vor dem jungen König stand, hatte sie alles vergessen.

„Das bist du also!“ entfuhr es ihr.

Und dann schwiegen beide verlegen. Denn eine solche Anrede hatte der König noch nie gehört. Da wußte er nicht, was er antworten sollte.

„Weißt du, jetzt muß ich erst sehen, wie hübsch du es hast,“ sagte sie, und setzte sich auf den Thron.

Da mußte der König lachen, denn nie war ihm so drolliges passiert.

Kaum saß sie aber, als sie schon aufsprang: „Hör mal,“ sagte sie, „da ist ja alles voll Staub.“

Der König wurde verlegen: „Am Golde sieht man es doch nicht,“ entschuldigte er.