[819] Vgl. Prot. int. Kongr. Zürich 1893, p. 28; Leimpeters, "Zum Generalstreik", p. 884; Rob. Schmidt (Prot. int. Kongr. Amsterdam p. 27; Gwft. Kongr. Köln 05, p. 225); Roland-Holst, "Zur Massenstreikdebatte"; Bernstein, "Politischer Massenstreik und Revolutionsromantik". Nur wenige werden optimistisch genug sein, eine event. Niederlage deshalb gering zu achten, weil sie ja — "der Ausgangspunkt größerer Siege" sein könne (so Allemane, Prot. int. Kongr. Amsterdam 04, p. 26).
[820] Anderer Meinung: Briand, "La grève générale et la révolution", p. 15; Louis, p. 301 ff.
[821] Vgl. Thesing, p. 334.
[822] Vgl. Jaurès, "Aus Theorie und Praxis", p. 102. 103.
[823] Vgl. Turati, "Lehren und Folgen des Generalstreiks in Italien". Die sozialistische Partei Italiens erkennt den Klassenstreik übrigens an "als eine Lebensäußerung einer proletarischen, im Klassenkampf stehenden Partei, die sich wiederholen kann und wiederholen muß" (Olberg, "Die italienischen Wahlen").
Die Reaktion erscheint teils in speziellen Maßnahmen gegen die Ausstandsteilnehmer (Aussperrungen, Maßregelungen, Strafen, Bußen usw.), wodurch indirekt auch die proletarischen Organisationen, besonders die Gewerkschaften, getroffen werden.[824] Teils zeigt sie sich in generellen Maßnahmen gegen den Klassenstreik überhaupt, z. B. in der Verkürzung des Streikrechts[825] oder in einer Umstimmung der öffentlichen Meinung.[826] Solche Folgen können dann leicht auch die übrige Bewegungsfreiheit der Arbeiter hemmen.
[824] Vgl. Hue, "Partei und Gewerkschaft", p. 292; Heine, "Politischer Massenstreik im gegenwärtigen Deutschland?"; Eckstein, p. 362.
[825] Vgl. Branting, "Schweden vor einer neuen Stimmrechtskampagne".
[826] Vgl. Turati, a. a. O.; Giesberts, p. 31.
Der Klassenstreik ist also immer ein "zweischneidiges Schwert",[827] immer ein "desperates" Mittel.[828] In der Mehrzahl der Fälle aber ist er "ein Messer ohne Klinge",[829] eine "Phrase",[830] "Unsinn",[831] "Utopie".[832]